Alles begann 1988, als Akai Roger Linn damit beauftragte, ein All-in-One-Musikproduktionsgerät zu entwickeln. Linn hatte gerade das LinnDrum Midistudio designt, das mit 16 anschlagdynamischen Gummi-Pads ausgestattet war, die den authentischen Ausdruck eines Instruments ermöglichen sollten. Linn brachte die Idee zu Akai, um sie in das gemeinsame Design zu integrieren.
Mit dem kombinierten Fachwissen von Linn und dem der Akai-Ingenieure, versuchten sie gemeinsam, ein eigenständiges Musikproduktionsgerät zu entwickeln, das in der Lage ist, Instrumente einzufangen und nachzubilden. So entstand das Music Production Center, besser bekannt als MPC.
Akai ahnte damals noch nicht, dass die MPC eines der wichtigsten Werkzeuge für Produzenten und DJs werden und einen großen Beitrag dazu leisten würde, elektronisch produzierte Musik wie Hip-Hop, House und Drum'n'Bass zu definieren.
Werfen wir also einen chronologischen Blick auf alle MPC-Releases der letzten drei Jahrzehnte. Falls du mehr über die MPC erfahren möchtest, lies unbedingt auch unsere "Kurze Geschichte der Akai MPC".
Die MPC60 wurde ursprünglich als zentrales Gerät für die Studioproduktion vermarktet und ist ein relativ sperriges Gerät. Doch trotz ihrer Größe ist der legendäre 12-Bit-Sample-Processing-Sound auch heute noch seinen Preis wert. Sie verfügt über 16-stimmige Polyphonie und Audioausgänge für Metronom und Echo, die bei späteren MPCs nicht mehr vorhanden waren.
Die MPC60II war bei der Veröffentlichung eine preiswertere Alternative zur originalen 60er und verfügte über einen Kopfhörerausgang, der unbewusst den Startschuss für die "Bedroom-Producer"-Bewegung der nachfolgenden Generationen gab.
Heutzutage verwenden viele MPC60II-Nutzer*innen das Vinmana-Firmware-Update, das die Sample-Dauer auf 23 Sekunden erhöht und verschiedene andere Verbesserungen des Betriebssystems mit sich bringt. Die 60II ist dadurch häufiger auf dem Gebrauchtmarkt vertreten als das Original.
Wenn die MPC60 die Spielregeln aufstellte, wurden sie durch die MPC3000 revolutioniert. Es ist die erste MPC mit 32-stimmiger Polyphonie, eingebauten Effekten und einem Tiefpassfilter mit Resonanzkontrolle. J Dillas maßgeschneiderte 3000er ist im Smithsonian ausgestellt. Er liebte die MPC3000 für ihre Effekte, ihren Swing und die Möglichkeit, die Quantisierung abzuschalten, was dem Sequencing einen menschlicheren Touch verlieh.
Die MPC2000 stärkte das Konzept eines Music Production Center und erweiterte die Möglichkeiten der 3000er. Es war außerdem das erste Gerät von Akai ohne Unterstützung von Roger Linn. Die 2000 verfügt über einen integrierten Looper, erweiterbaren Sample-Speicher und 16-Bit-Sampling. Heute gibt es Geräte, die um acht Audioausgänge erweitert wurden und auf dem Zubehörmarkt sind Effektkarten zum Nachrüsten erhältlich.
Die MPC2000XL war bei ihrem Erscheinen die kostengünstigste MPC und öffnete die Tür für eine neue Generation an MPC-Nutzer*innen. Die XL bedient sich an Elementen der 2000, bietet aber einen größeren Sample-Speicher, einen Time-Stretching-Algorithmus, Auto-Chopping und einen neigbaren Bildschirm.
Die MPC4000 ist eine der größten MPCs seit der MPC60. Außerdem ist sie die erste MPC, die einen Phono-Vorverstärker enthält, der den direkten Anschluss eines Plattenspielers ermöglicht. Zusätzlich zu 24-Bit-Samplingleistung, CD-R-Laufwerk, 4-Bus-Multi-FX-Prozessor, Multimode-Filtern und zwei zuweisbaren LFOs ist die 4000 auch mit WAV-Dateien kompatibel und kann an eine externe Festplatte angeschlossen werden.
Die MPC1000 ist die erste kompakte MPC, die für den Einsatz unterwegs und live auf der Bühne gedacht ist. Obwohl die Pads kleiner als bei den Vorgängermodellen sind, bietet die 1000 die gleichen anschlagdynamischen Fähigkeiten wie die Vorgängermodelle, zusammen mit einem 32-stimmigen Stereo-Sampler, einem Multi-FX-Prozessor und Re-Sampling-Funktionen. Außerdem ist sie mit einem USB-Anschluss und einem Compact-Flash-Kartensteckplatz für mehr Speicher ausgestattet.
Die MPC2500 kommt im schwarzen Metallgehäuse und verfügt über erweiterbaren Flash-Speicher, einen USB-B-Anschluss und eine Compact-Flash-Karte. Zudem kann ein CD-R-Laufwerk hinzufügt werden.
Die 1000er und 2500er sind auch heute noch beliebt, wobei sie meistens mit einer alternativen Firmware namens JJOS ausgestattet werden. Dem Gerücht zufolge hat ein Engineer, der sich nur "JJ" nennt, an der Entwicklung des ursprünglichen Betriebssystems für die 1000 und 2500 mitgearbeitet. Nach einer kurzen Zeit bei Akai verließ er das Unternehmen und entwickelte ein alternatives Betriebssystem, das die Möglichkeiten dieser beiden MPCs erheblich erweitert. Die Installation von JJOS ist kostenlos, wer Sequenzen speichern und das komplette Betriebssystem nutzen will, muss aber zahlen. JJOS ist nur auf dieser Website erhältlich.
Die MPC500 ist eine kleine, batteriebetriebene MPC, die nur halb so groß wie die 1000 ist. Sie hat 12 anschlagdynamische Pads, zwei On-Board-Stereoeffekte und einen Tiefpassfilter pro Stimme. Das kleine, aber robuste Gerät ist auch für Live-Auftritte geeignet.
Die MPC5000 ist eine der selteneren MPCs auf dem Gebrauchtmarkt, die aber nach wie vor ihren Wert hält. Sie verfügt über einen großen Bildschirm, vier Fader, vier Knöpfe und ein elegantes, schwarzes Design. Außerdem kommt sie mit einer virtuellen Synthesizer-Engine mit drei Oszillatoren, einen analogen Multimode-Filter und einem 8-Spur-Festplattenrecorder.
Viele MPC-Fans verachteten die 5000 anfangs, möglicherweise weil sie ihrer Zeit voraus war. Durch Firmware-Upgrades ist sie jedoch zu einem Fan-Favoriten geworden und genießt heute das gleiche Ansehen wie die MPC4000.
Die MPC Renaissance markierte eine Neuausrichtung für Akai, da sich das Unternehmen weg von Standalone-Geräten und hin zu Controllern bewegte. Es ist der erste MPC-Controller, der für die MPC-Software entwickelt wurde und beinhaltet ein Audio-Interface mit Phono-Vorverstärker. Man kann die Renaissance bedienen, ohne den Laptop in die Hand nehmen zu müssen, da jeder Aspekt der Software komplett über das Gerät steuerbar ist.
Die MPC Studio ist ein Controller ohne Audio-Interface, aber mit dem gleichen LCD-Bildschirm wie die Renaissance und ebenfalls voller Kontrolle über die MPC-Software. Sie wird über USB mit Strom versorgt, hat ein schlankes, flaches Design und ein leises Jogwheel.
Der erste Standard-MPC-Controller für iPad und Tablet-Geräte. Er hat sich als eher unbeliebt beliebt erwiesen und ist auf dem Gebrauchtmarkt schwer zu bekommen. Wer nach dieser Art von Controllern sucht, sollte sich die MPD-Serie von Akai ansehen.
Die MPC Touch war ein Vorläufer der zukünftigen MPC-Reihe. Sie verfügt über einen Touchscreen, kann als USB-Audio-Interface mit Phono-Vorverstärker genutzt werden und bietet volle Kontrolle über die MPC-Software.
Die Black Edition ist ein größtenteils kosmetisches Upgrade der MPC Studio und verfügt über das aktualisierte Datenrad, sowie die Regler und Pads der aktuellen MPC-Reihe.
Die MPC Live war Akais erste neue Standalone-MPC in über einem Jahrzehnt. Sie verfügt über den gleichen 7-Zoll-Touchscreen wie die MPC Touch, einen internen Akku und kann zur Steuerung der mittlerweile hoch angesehenen MPC-Software verwendet werden. Sie hat 16 GB integrierten Speicherplatz, vier Ausgänge und einen Phono-Vorverstärker. Die Live wartet außerdem mit vier programmierbaren Q-Link-Drehreglern und einem klickbaren großen Jogwheel auf, das ebenso leise wie die weichen Transporttasten ist.
Die MPC X ist das aktuelle MPC-Flaggschiff und bietet alle Funktionen der MPC Live mit einem größeren 10"-Touchscreen und 16 zuweisbaren Infinity-Reglern. Die X ist ein vollwertiger Controller für die MPC Software und verfügt außerdem über acht CV- oder Gate-Ausgänge, acht Audio-Ausgänge und vier Eingänge, darunter zwei Mikrofoneingänge mit Phantomspeisung.
Die MPC X verfügt über zahlreiche weitere Funktionen, die sie zum leistungsstärksten Standalone-Musikproduktionswerkzeug machen, das jemals gebaut wurde und umfasst ein hochwertiges Audio-Interface für Aufnahmen, Sampling und Re-Sampling.
Die MPC One ist eine hervorragende Einsteiger-MPC, da sie die meisten Funktionen der Live und der X in einem kleineren Gehäuse und zu einem geringeren Preis als ihre fortgeschritteneren Verwandten bietet.
Der Touchscreen ist notwendig, um die neue Firmware-Serie von Akai nutzen zu können, und die Transport- und Steuertasten sind eine Neuauflage der alten MPC2000XL-Transporttasten mit dem neu gestalteten Datenrad. Außerdem verfügt sie über vier CV- oder Gate-Ausgänge, was sie zu einer perfekten MPC für Eurorack-Nutzer*innen macht.
Akai hat kürzlich die MPC Live II vorgestellt, eine zweite Auflage der ursprünglichen MPC Live mit einem internen Lautsprecher, der ziemlich ordentlich klingt. Die MPC Live II orientiert sich an der MPC X und der MPC One und verfügt über vier CV- oder Gate-Ausgänge für Eurorack-Kompatibilität.
Die MPC Studio ist das neueste Modell der MPC Studio-Reihe. Ihr wurde zusätzlich ein zuweisbarer Touch Strip Expression-Controller verpasst, der Pitch Bending, Filter Sweeping, die Steuerung von Effekten oder die Kontrolle der Geschwindigkeit von Drum Rolls ermöglicht.