Dein erstes Schlagzeug wählen
Egal, ob die Drums für dich oder jemand anderen sind, wir helfen dir, auf die richtigen Dinge zu achten und das passende Kit auszuwählen.

Du hast dich also fürs Schlagzeug entschieden. Zeit, dein erstes Drumkit auszuwählen. Auf den ersten Blick können die Wahlmöglichkeiten etwas überfordernd sein. Solltest du auf Gebraucht- oder Neuware setzen? Auf welches Gehäuse solltest du setzen? Was für Hardware benötigst du? Setzt du besser auf Blattbronze- oder Gussbronzebecken? Ob gebraucht oder neu, dieser Leitfaden hilft dir, durch die unzähligen Auswahlmöglichkeiten auf dem Weg zum Drummer-Olymp zu navigieren.
Als erstes musst du dich für eine bestimmte Soundrichtung entscheiden. Jazz? Funk? Rock? Die Soundrichung deiner Wahl hilft dir, Faktoren wie Drums, Drumkopf und Becken zu bestimmen.

Schlagzeugfelle
Ein wichtiges Kriterium für die Tonqualität einer Trommel ist die verwendete Membran. Ein gutes Schlagzeugfell kann selbst Einsteiger-Drums großartig klingen lassen. Folgende allgemeine Hinweise:

- Je dicker das Schlagzeugfell, desto dunkler und fokussierter der Klang. Das bedeutet weniger Resonanz und mehr Grundtonhöhe der Trommel. Wenn du das möchtest, sind entweder der Emperor Weight Head von Remo oder ein G2 Weight von Evans eine gute Wahl.
- <mrk mid="24" mtype="seg">Dementsprechend gilt: Je dünner das Schlagzeugfell, desto heller der resultierende Klang.</mrk> <mrk mid="25" mtype="seg">Solche Felle erlauben der Trommel auch mehr Resonanz.</mrk> <mrk mid="26" mtype="seg">Außerdem besitzen sie eine weichere Haptik, sind deshalb ideal für ruhigere Anwendungen.</mrk> <mrk mid="27" mtype="seg">Hervorragende Exemplare solcher Felle wären der Remo Diplomat oder die Evans G1-Fellfamilie.</mrk>
- Die Beschichtung des Schlagzeugfells spielt beim Sound ebenfalls eine große Rolle. Ein beschichtetes Fell erlaubt einen dunkleren, kontrollierteren Sosund, während ein „nacktes“ Fell für helleren, nach vorne gehenden Klang steht. Eine Faustregel ist, für die Snare eine beschichtete und für die Toms eine unbeschichtete Membran zu verwenden. Die hier sind ein guter Einstieg für Anfänger.
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Trommelgrößen und warum sie so wichtig sind
Am Anfang steht die Frage, wie viele Drums du willst und wie groß sie sein sollen. Wenn du auf Jazz stehst, brauchst du vermutlich kein Kit mit zwei Bassdrums und sieben Toms. Umgekehrt gilt: Wenn du vorhast, ein Metalgott zu werden, wirst du mehr als eine 18“-Bassdrum und ein paar kleine Toms haben wollen.

Die meisten Drumsets kommen als Paket aus vier bis fünf Trommeln mit der Option, später weitere Drums nachzurüsten. Für Jazz bietet sich ein vierteiliges Kit mit entweder einer 18“- oder 20“-Bassdrum, 10“- und 14“-Toms und einer 14“-Snare an. Am üblichsten ist jedoch ein Fünferset mit 22“-Bassdrum, 12“-, 13“- und 16“-Toms und einer 14“-Snare. Dieses Setup gibt dir die größte Flexibilität in Sachen Sound und schränkt den Musiker nicht auf ein oder zwei Musikstile ein.
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Ein weiteres populäres Setup der letzten 20 Jahre ist das „Fusion“-Kit. Ein solches Setup beinhaltet 10“-, 12“- und 14“-Toms, eine 14“-Snare und eine 22“-Kickdrum. Fusion-Setups sind auf große, tiefe Bässe mit kontrolliert-knackigem Tom-Sound ausgelegt. Das macht sie ideal für Hip-Hop, R&B und Funk. Ein sechsteiliges Kit bietet die größte Flexibilität, indem eine 16“-Floor Tom dazukommt.
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Trommelkörper: Woraus die Drums gemacht sind
Gehäusematerial ist ein weiterer bestimmender Faktor für den Klang einer Trommel. Während Ahorn einen warmen, hellen Sound passend für Jazz und Acoustic produziert, bevorzugen Tontechniker den schlagkräftigen, dunklen Sound von Birke. Ältere Schlagzeuge können aus Mahagoni oder anderem Hartholz gefertigt sein, was tollen Klang produzieren kann.

Ahorn- und Birkengehäuse kamen jahrelang nur in hochqualitativen Drumsets zum Einsatz. Heute allerdings stellen Firmen hochqualitative Sets aus diesen Hölzern zu fairen Preisen für den Einsteigermarkt her. Wer online Drums kauft, sollte unbedingt Demovideos zum Modell und zur Beschaffenheit des betreffenden Drumsets anschauen, um eine Vorstellung vom Klang zu bekommen.
Hardware: Hocker, Pedale und Ständer
Die Hardware deines Kits ist ebenso wichtig wie das Kit selbst. Wenn du auf solide Hardware setzt, wirst du viele Jahre sorgenfrei rocken (oder jazzen) können. Im Regenfall ist es klug, von Beginn an auf gute Hardware zu setzen; die Trommeln kannst du später schließlich einfach aufrüsten, wenn deine musikalischen Ansprüche wachsen.
Hocker und Basspedal sind die wichtigsten Hardware-Teile. Sie werden von dir am meisten beansprucht und abgenutzt. Essenziell: Investiere von Anfang an in einen bequemen Hocker. Dein Hintern wird‘s dir danken. Sämtliche Hocker von Pork Pie, Roc N Soc oder aus der Tama First Chair-Reihe werden dir lebenslang treue Dienste leisten.

Ein hochwertiges Basspedal wird ebenfalls ewig halten und kann sich an die Entwicklung deines Spielstils stets anpassen. Halte Ausschau nach Pedalen von robuster Beschaffenheit und Anpassungsmöglichkeiten. Tama Iron Cobra, Mapex Falcon, DW 5000 und 9000 und der Pearl Eliminator zählen weiterhin zu den Profi-Favoriten. Jeder Hardware- und Drum-Hersteller besitzt sein eigenes High-End-Pedal. Probier bei deinem örtlichen Schlagzeugspezialisten ruhig so viel wie möglich davon aus.
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Die Becken- und Snare-Ständer sind der letzte Teil des Hardware-Puzzles. Die meisten Einsteiger- und Mittelklasse-Drumkits beinhalten bereits die Hardware, weshalb du eventuell lediglich den Hocker und das Pedal aufrüsten möchtest oder musst. Wenn Haltbarkeit dein Ziel ist, schau bei den Ausstattungsmerkmalen nach doppelstrebigen Beinen und Memory Locks. Wenn Transportfähigkeit dein Ziel ist, sind einstrebige Beine bei der Hardware-Wahl vorzuziehen. Schlussendlich musst du einfach sicherstellen, dass du genau die Hardware besitzt, um all deine Becken, Toms, Snares, Gongs und alles andere, was dir für dein Kit am Herzen liegt, zu tragen.
Becken
Kein Teil eines Drumsets ist persönlicher als die Becken. Jeder Drummer findet letztlich ein spezifisches Becken-Setup, das ihr oder ihm erlaubt, sich selbst am besten auszudrücken. Für den Neueinsteiger lassen sich Becken in zwei verschiedene Kategorien einteilen: Blatt- oder Gussbronze. Blattbronze-Becken werden aus einer Metalplatte gemacht, die ausgerollt, in Scheiben geschnitten und dann in das Endprodukt geformt wird. Aufgrund dieses einfachen maschinellen Vorgangs sind Blattbronze-Becken deutlich günstiger als ihre Gussbronze-Gegenstücke, lassen mitunter aber etwas von deren tonalen Komplexität missen. Gussbronze-Becken entstehen aus einem einzelnen Metallblock und werden dann oft von Hand in Form gehämmert, um das Endprodukt zu erschaffen. Sie besitzen häufig einen deutlich komplexeren Ton und mehr Abweichung von Becken zu Becken als ein herkömmliches Blattbronze-Produkt.

Blattbronze-Becken gibt es oft als vorgefertigte Sets mit Hi-Hats, Ride-Becken und ein oder zwei Crash-Becken. Solche Sets lohnen sich für Einsteiger sehr. Die Zildjian ZBT- und ZXT-Reihe, die Sabian B8- und B8 Pro-Reihe und die Paiste PST 3er-, 5er-, 7er- und 8er-Reihe bieten alle verschiedene Setups, um als Drummer loszulegen.
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Wenn dein Stil sich erweitert, wirst du möglicherweise deinen Sound verbessern und komplett ändern wollen, indem du auf Gussbronze-Becken umsteigst. Die Zildjian K- und K Custom-Reihen, die Paiste Signature-Reihe und die Sabian HH- und HHX-Reihe eignen sich alle grandios für einen dunkleren, atmosphärischeren Sound. Die Zildjian A- oder A Custom-, Sabian AA und AAX und Paiste Rude-Reihen liefern einen helleren Klang mit mehr Anschlag für lautere Umgebungen. Webseiten von Beckenherstellern verfügen alle über Klangbeispiele, um eine Vorstellung vom Charakter eines Beckens zu erzeugen, aber es ist nie eine schlechte Idee, dein lokales Musikgeschäft zu besuchen und einige davon selbst auszuprobieren.
Kauf Gussbronze-Becken auf Reverb
Hoffentlich gibt dir dieser Ratgeber genug grundlegende Informationen, um dein perfektes erstes Drumset zu wählen. Am Ende liegt die Wahl nur bei dir. Entscheidend ist, dass du dich hinsetzt und das Kit findest, das sich richtig anfühlt. Dein erstes Drumset wird sicher nicht dein letztes sein, aber es sollte eins sein, das hält und das in der Lage ist, den Sound und die Widerstandsfähigkeit bereitzustellen, der deiner musikalischen Persönlichkeit entspricht. Und jetzt auf zum nächsten Schlagzeugladen und ein paar Drums ausprobieren.

