Vielleicht habt ihr während der Pandemie Gefallen am Home-Recording gefunden und braucht jetzt für eure Sommerpläne ein einfaches, tragbares Interface, um auch unterwegs jederzeit aufnehmen zu können. Apogee hat gerade einen ernsthaften Anwärter für das beste portable Audio-Interface ins Spiel gebracht, aber es gibt noch viele weitere Optionen, die einen Blick wert sind.
Der Neuzugang im Sortiment von Apogee ist das Duet 3, das neueste Modell der Duet-Serie. Diese Neugestaltung ist so ziemlich das kleinste, voll ausgestattete Interface mit zwei Eingängen, das man sich nur wünschen kann.
Die Duet-Serie wurde 2007 auf den Markt gebracht und etablierte eine elegante Ästhetik für ein tragbares, professionelles Aufnahmegerät. Das Duet (mit Firewire-Anschluss) und das Duet 2 (USB 2.0) wurden zum Standard für Hobbyisten, Studiomusiker und Profis gleichermaßen. Mit dem neuen Duet 3 erhält die Serie ein Update in Funktion und Form, mit einer ultraschlanken, futuristisch anmutenden Oberfläche und USB-C-Konnektivität.
Wie schon die Vorgängermodelle wird das Duet 3 über die Verbindung zum Computer mit Strom versorgt, ein separates Netzteil ist also nicht nötig. Da Apogee ein Breakout-Kabel für alle Ein- und Ausgänge (wie Mikrofon-/Line-Ins und Monitor-Outs) beilegt, gibt es außerdem keine sperrigen Anschlüsse am Gehäuse selbst. Gegen Aufpreis kann das Breakout-Kabel auch gegen das Duet 3 Dock getauscht werden.
Das Duet 3 hebt sich vor allem durch die USB-C-Konnektivität, die Kompatibilität mit Windows-PCs und die Einbeziehung des Onboard-DSP von seinen Vorgängern ab. Ähnlich wie die Prozessoren der Apollo-Linie von Universal Audio bietet das Duet 3 nun die Möglichkeit, den Symphony ECS Channel Strip oder Apogee FX des Unternehmens während der Aufnahme oder des Mixens zu nutzen, ohne die eigene CPU des Computers zu belasten. Der Symphony ECS Channel Strip wird jedoch separat verkauft, wobei Duet 3-Kund*innen einen Rabatt von 50% erhalten.
Weitere Features sind laut Apogee:
- Erstklassige Apogee-Wandler und Mikrofonvorverstärker
- 2x4 USB Typ C Audio-Interface
- Kratzfeste Oberfläche
- Präziser, beleuchteter Drehregler
- Ein- und Ausgänge über Breakout-Kabel: 2x 6,3 mm Instrumenteneingänge, 2x Mic/Line-Eingänge, 6,3 mm symmetrische Ausgänge, 3,5 mm Kopfhörerausgang, 2 USB C-Anschlüsse
- Bus-powered / Externe Stromversorgung optional über zweiten USB Typ C Anschluss nach Bedarf
- Eingebauter Hardware-DSP für latenzarme Aufnahmen mit Apogee FX
- Symphony ECS Channel Strip - Hardware-DSP-FX inklusive
- macOS, Windows 10 kompatibel
Das Duet 3 wird im Juli 2021 für 649 Euro erhältlich sein.
Duets der letzten Generation als Schnäppchen
Das Duet 3 mag das neueste und beste Modell sein, das Duet 2 ist damit aber noch lange nicht veraltet. Gerade jetzt könnte der beste Zeitpunkt sein, um damit ein Schnäppchen zu machen.
Als Universal Audio im Oktober 2019 die Apollo-Twin-Interfaces auf die X-Serie aktualisierte, sanken dadurch die Neu- und Gebrauchtpreise für das MKII Apollo Solo, Duo und Quad. Wir gehen beim Duet 2 von einer ähnlichen Entwicklung aus, wenn das Duet 3 im Juli auf den Markt kommt.
Die Duet 2 Interfaces sind immer noch sehr leistungsfähig, und je nach Computer kann die USB 2.0-Konnektivität für eure Bedürfnisse sogar sinnvoller sein. Hochgeschwindigkeits-AD/DA-Wandlung, unabhängiges Kopfhörer-Monitoring und reichlich Vorverstärker-Gain—all diese Features sind sowohl im Duet 2 als auch im Duet 3 vorhanden. Wenn ihr also auf die USB-C-Konnektivität, die PC-Kompatibilität oder das ultraschlanke Profil des Duet 3 verzichten könnt, solltet ihr eurem Geldbeutel zuliebe mal einen Blick auf das Duet 2 werfen.
Vielleicht liegen die Fähigkeiten des Apogee Duet, so beeindruckend sie auch sind, aber auch einfach über euren Bedürfnissen. Zum Glück gibt es viele andere Interfaces, die einfacher und preiswerter sind, sich aber trotzdem sehr gut für Aufnahmen unterwegs eignen.
IK Multimedia iRig 2
Im Kern ist das iRig 2 ein Einsteigergerät, mit dem ihr eine Gitarre oder einen Bass direkt auf eurem Mac oder iOS-Gerät aufnehmen könnt: Einfach einstecken und loslegen.
Das iRig 2 hat aber auch einige zusätzliche Features, die es darüber hinaus nützlich machen. Dank der 6,3 mm Ausgangsbuchse könnt ihr das Gerät auch live verwenden. Beim Üben zuhause könnt ihr normale Kopfhörer mit 3,5 mm Anschluss verwenden, um euch selbst zu hören. In Verbindung mit der AmpliTube-Software von IK Multimedia könnt ihr außerdem aus einer riesigen Menge von virtuellen Verstärkern, Boxen, Effekten und Mikrofonpositionen wählen.
Mit seinem Listenpreis von 39 Euro bietet das iRig 2 mehr Funktionen, als das Preisschild vermuten lässt und hier auf Reverb lässt es sich mit Sicherheit als noch größeres Schnäppchen finden. Wenn euch der Formfaktor gefällt, ihr aber andere Ein- und Ausgänge oder etwas mehr Vielseitigkeit benötigt, bietet die Firma das iRig HD 2 Guitar Interface, das Pro Duo 2-Kanal Mobile Audio/MIDI Interface, den iRig Pre Mikrofonvorverstärker oder das iRig Pro an.
M-Audio M-Track Duo
Für schmales Geld kann das M-Audio M-Track Duo bis zu zwei Kanäle gleichzeitig aufnehmen—egal, ob Mikrofone, Gitarren, digitale Drums oder Keyboards. Man wird wohl kaum ein anderes Zwei-Eingangs-Interface mit so vielen Funktionen für einen so niedrigen Preis finden.
Das Interface kann zwar an einen Mac angeschlossen werden, ist aber für PCs optimiert und benötigt für die Verwendung mit Mac-Geräten ein Netzteil und ein Anschluss-Kit, was zusätzliche Kosten und Probleme mit sich bringt.
Das M-Track Duo verfügt über zwei Mikrofon-/Line-Eingänge mit Vorverstärker, die auf Instrumentenpegel umgeschaltet werden können, außerdem kommt es mit 20 Effekt-Plugins von Avid. Wenn ihr also Audio aufnehmen wollt, ob für einen Podcast oder euer nächstes Album, kann das M-Track Duo eine solide Einstiegsoption sein.
Seine Nachteile liegen aber nicht nur in der umständlichen Mac-Konnektivität, sondern auch in der niedrigen AD/DA-Samplerate und dem eingeschränkten Dynamikbereich im Vergleich zu teureren Geräten. Aber für ein leichtes Zweikanal-Interface, das man überall mitnehmen kann, bekommt man hier sehr viel fürs Geld, besonders wenn man an einem PC arbeitet.
Fender Mustang Micro
Der als Kopfhörerverstärker vermarktete Mustang Micro von Fender bietet ein Dutzend Verstärkermodelle und ein weiteres Dutzend Effekte als wählbare Presets. Er kann aber auch als einfach zu bedienendes Recording-Interface benutzt werden: Schließt ihn einfach über seinen USB-C-Anschluss an einen Computer an und schon könnt ihr die Mustang-Verstärker und -Effekte in eure aufgenommenen Spuren integrieren.
Das ist erstmal dem iRig 2 nicht unähnlich, das mit der AmpliTube-Software gekoppelt werden kann, die zum einen Hunderte von Effekten, Verstärkern, Boxen, Räumen und virtuellen Mikrofonplatzierungen bietet, durch diese Fülle an Optionen aber auch hohes Potenzial für Entscheidungsschwierigkeiten mit sich bringt. Der Mustang Micro ist im Vergleich dazu eher wie ein kleiner, aber trotzdem vollgepackter virtueller Amp-Raum, kuratiert von Fender.
Mit einem Neupreis von etwas über 100 Euro ist der Mustang Micro ein gutes Reise-Interface für Gitarrist*innen und Bassist*innen. Und natürlich lässt es sich auch gemäß seinem ursprünglichen Zweck als Kopfhörerverstärker verwenden.
Audient EVO 4
Das Audient EVO 4 hat die Maße eines großen Schokoriegels und ist ein Audio-Interface mit zwei Eingängen und zwei Ausgängen, bei dem Praktikabilität und Benutzerfreundlichkeit an erster Stelle stehen.
Das EVO 4 wurde mit Musiker*innen, Sänger*innen und Podcaster*innen im Kopf entwickelt und wird über USB 2.0 angeschlossen. Es hat zwei Mikrofonvorverstärkereingänge, 48-V-Phantomspeisung auf Knopfdruck und einen transistorbasierten Instrumenteneingang. Die "Smartgain"-LED zeigt euch sofort an, wenn euer Signal zu heiß wird.
Abgesehen davon gibt es nicht viel an diesem Interface. Wenn ihr also ein Interface ohne überflüssigen Schnickschnack sucht, solltet ihr euch das EVO 4 ansehen, das neu für etwa 120 Euro erhältlich ist.
Wer mehr Ein- und Ausgänge braucht, sollte sich das EVO 8 von Audient ansehen, das als 4X4-Interface nicht viel größer als das EVO 4 ist.
Focusrite Scarlett Solo
Wenn ihr zu Hause aufnehmen wollt, sind die Geräte der Focusrite Scarlett-Serie eine sinnvolle erste Anschaffung, die euch viele Jahre lang begleiten kann. Das 2i2 Desktop-Interface ist schon seit fast einem Jahrzehnt eine feste Größe in den Rigs von Schlafzimmerproduzent*innen. Obwohl das 2i2 größer ist als die anderen portablen Interfaces auf dieser Liste, ist es immer noch klein genug, um in einen Rucksack zu passen, ebenso wie das 4i4, 8i6, 18i8 und andere der Serie. Das 2i2 und das 4i4 sind sogar USB bus-powered, sie werden also über den USB-Anschluss mit Strom versorgt und benötigen kein zusätzliches Netzteil.
Das kleinste und einfachste von ihnen allen ist aber das Scarlett Solo. Mit einem Mikrofonvorverstärker und einem Instrumenteneingang hat es gerade genug, um euren Gesang mit Begleitung aufzunehmen. Trotzdem weißt es mit einigen Vorzügen der gesamten Scarlett-Linie auf: Focusrites Hochleistungs-Preamp, die beleuchteten Drehregler, die bei Clipping rot aufleuchten, und (beim Solo der 3. Generation) der Air-Button, der auf Wunsch einige höhere Frequenzen hinzufügt.
Das aktuelle Scarlett Solo der 3. Generation und die älteren Solos der 2. Generation sind beide USB-2.0-Geräte, wobei die 3. Generation einen kleineren Anschluss hat und ein anderes USB-C zu USB-A-Kabel verwendet.
Audient iD4 Mkii
Das Audient iD4 Mkii verfügt über einen hochwertigen Audient Console Mic Preamp für den XLR-Eingang, der auf extrem geringes Rauschen und niedrige Verzerrung ausgelegt ist. Das Interface wird über USB-C mit Strom versorgt und hat praktischerweise sowohl einen 3,5 mm als auch einen 6,3 mm Kopfhöreranschluss. Genau das Richtige für alle, die ständig ihre Kopfhöreradapter verlieren, oder erst gar keinen haben.
Das virtuelle Scrollrad des iD4 ist das Markenzeichen des Geräts: Es erlaubt euch, alle Parameter auf eurem Bildschirm mit dem Regler des Interfaces zu steuern–wenn ihr also beispielsweise die Lautstärke einer Spur in eurer DAW anpassen wollt, könnt ihr den Pegel mit dem Interface steuern. Solche praktischen Funktionen machen dieses Gerät zu einem sehr einfach zu bedienenden Gerät. Der hochwertige Vorverstärker unterscheidet dieses Interface vom EVO 4, aber wenn ihr Wert auf zwei XLR-Eingänge legt und euch zu Audient-Produkten hingezogen fühlt, ist das EVO 4 dennoch eine gute Wahl.
Universal Audio Apollo Solo/Arrow
Ende 2020 hat die Firma Universal Audio ihr kleinstes Interface, das Arrow, umbenannt, um es zum Teil der Apollo-Serie zu machen. Das frisch getaufte Apollo Solo ist mit der gleichen Thunderbolt-3-Konnektivität wie schon das Arrow oder erstmals auch als separates USB-3-Interface für Windows-Nutzer erhältlich.
Jedes dieser Interfaces bringt euch in die erstklassige Hardware-Software-Welt von Universal Audio. Dazu gehören leistungsstarke Unison-Vorverstärker und UAs Plugin-Emulationen klassischer Studiogeräte, wie der UA 610-B Pre, der Marshall Plexi Classic Amplifier, der Ampeg SVT-VR Classic Bass Amp und viele mehr. Das Markenzeichen der Apollo-Linie ist, dass die Interfaces die UAD-Plugins unabhängig von der CPU eines Computers verarbeiten können, was bedeutet, dass ihr eine optimale Klangqualität mit nahezu null Latenz erreicht. Dank dieser Technologie wird die Rechenleistung eures Computers für die Aufnahme in eurer DAW oder für andere Plug-ins frei.
Für Mac-Nutzer werden das Arrow—das ihr hier auf Reverb zu günstigen Gebrauchtpreisen finden könnt—und das Apollo Solo Thunderbolt 3 über den Thunderbolt-Anschluss mit Strom versorgt, sodass kein eigenes Netzteil gebraucht wird. Wenn ihr einen Windows-Computer verwendet, wird das Apollo Solo USB über USB-C angeschlossen und benötigt ein 12V-Netzteil.
Wenn ihr plant, viele UAD-Plugins gleichzeitig zu verwenden, solltet ihr euch die Apollo Twin X Interfaces ansehen—wie das Duo und Quad—die größere Prozessoren an Bord haben. Diese benötigen zwar ein zusätzliches Netzteil und sind daher nicht ganz so portabel wie die anderen Interfaces in dieser Liste, aber sie eignen sich hervorragend für improvisierte Studios in Hotelzimmern, Mietshäusern oder ähnlichen Orten und werden von vielen Profis für diese Zwecke eingesetzt.