Wenn man heute "SP" hört, ist es oft die Abkürzung für einen SP-404. Die SP-Serie umfasst allerdings eine ganze Reihe von Instrumenten: Zunächst als batteriebetriebene tragbare Box unter Boss entwickelt, dann als Sampling-Workstation unter Roland, kamen im Laufe der Jahre einige SP-Versionen auf den Markt.
Produzent:innen aus allen Genres haben diese Phrase-Sampling-Effektboxen in die ausdrucksstarken Beatmaking-Instrumente verwandelt, als die sie heute bekannt sind.
Werfen wir einen Blick auf die besondere Entwicklungsgeschichte der SP-Serie. Wer eine detailliertere Übersicht über den Einfluss des 404 lesen will, kann sich außerdem "How the SP-404 Came to Dominate the Global Beat Scene" ansehen.
Der 202 wurde als tragbarer DJ-Looping-Sampler entwickelt und verfügt über rohe 16 Bit an Sampling-Power, die alles nach Lo-Fi klingen lässt. Integriert ist ein satter Hi-Pass/Lo-Pass-Filter zusammen mit Pitch-, Time- und Delay-Effekten. Außerdem gibt es einen Ringmodulator, der auf externe Klänge angewendet werden kann und so einige spannende Möglichkeiten für Experimente bietet.
Der Roland SP-808 wurde 1998 vorgestellt—teils Sampler, teils Multitrack-Recorder, teils Synthesizer. Der SP-808 wurde als das ultimative Remixing-Tool vermarktet und war der erste SP, der Resampling in die Serie einführte.
Dieser Sampler verfügt über den patentierten Roland D-Beam-Controller zur berührungslosen Steuerung der Effekte. Außerdem mit an Bord ist eine Synth-Engine, die einige der klassischen analogen Roland-Synthesizer digital nachbildet.
Der 808EX eMix Studio kam zwei Jahre nach dem SP-808 auf den Markt und hatte ein durchsichtiges Gehäuse, das an die iMacs dieser Zeit erinnert, sowie ein größeres Zip-Laufwerk, das den Projektspeicher von 100 MB auf 250 MB erweiterte.
Der 808EX wurde so konzipiert, dass er ähnliche Eigenschaften wie Rolands beliebte VS/EX-Multitrack-Recorder aufweist, und verfügt deshalb über Effekte, die für Gesangsaufnahmen optimiert sind, wie Vocoder, Mic Simulator und Voice Transformer.
Der SP-303 war einst der Favorit von Madlib und der verstorbenen Legende J Dilla und wird auch heute noch für mehr als seinen ursprünglichen Neupreis verkauft.
Gegenüber dem 202 wurde der 303 mit besseren Effekten und einem Sequenzer aufgerüstet und vertiefte das Konzept des Phrase-Samplings: ein Sampler, der Samples und Loops in ihrer Originalgeschwindigkeit abspielt, im Gegensatz zu Sampling-Workstations, die chromatische Wiedergabe und Tonhöhenanpassung ermöglichen.
Effekte wie der Vinyl Simulator, Reverb und Kompressor machen diesen SP auch heute noch sehr begehrt. Der 303 wird auch wegen seiner Resampling-Fähigkeiten hoch geschätzt; interne Sounds sowie eine externe Audioquelle können resamplet werden.
Das Design der weniger populären, aber dennoch sehr leistungsfähigen SP-505 Groove Sampling Workstation sticht im Vergleich zu anderen SPs heraus. Sie verfügt über ein LCD-Display, das sich hervorragend zur Visualisierung von Wellenformen eignet, und mit dem Wave Edit Menu können BPM, Pegel und Triggeroptionen eingestellt werden.
Geschätzt wurde der integrierte Sequenzer, mit dem man unquantisierte Patterns sequenzieren und verschiedene Quantisierungsoptionen nutzen kann. Effekte wie Radio Tuning, chromatische Tonhöhenverschiebung und Ringmodulator sind großartige Ergänzungen zu allen Effekten der 303.
Die 606 ist eine Workstation, die einem Akai MPC nachempfunden ist. Sie bietet 16 anschlagdynamische Pads, umfangreiche Sampling-Bearbeitungsmöglichkeiten und einen Song-Arranger.
Darüber hinaus kann dieses Gerät als USB-Audio- und MIDI-Interface für Mac und PC verwendet werden.
Der 404 wurde schnell zu einem Favoriten unter den Live-Beatmakern, da er über eine große Auswahl an Effekten und die verblüffende Fähigkeit verfügt, komplette Tracks in seinen Sample-Bänken speichern zu können. Beats können mit dem Pattern-Sequenzer oder durch Resampling erstellt werden, je nachdem, was besser zum Workflow passt.
Der SP-555 wurde nicht nur für Live-Auftritte, sondern auch als All-in-One-Studiogerät mit Mikrofonvorverstärker und einem "Super Filter" entwickelt.
Darüber hinaus verfügt er über 16 anschlagdynamische Pads und einen Looper, der während der Wiedergabe nahtlose Loops erzeugen kann, sowie eine Roll-Taste, die jedes Pad in einem bestimmten Intervall neu triggern kann. Mit dem D-Beam kann man sogar die Geschwindigkeit des Drum-Rolls steuern—ein netter Performance-Trick.
Der 404SX ist eine deutliche Verbesserung des 404 und ist mit einem SD-Flash-Kartenleser anstelle des langsameren Compact Flash viel schneller als das Original. Die Effekte des SX sind mehr für Live-Performances optimiert und anders angeordnet als beim original 404. Trotzdem sind die ursprünglichen 404er wegen ihres Klangcharakters immer noch begehrter.
Der 404A hat ein neues Farbschema und grün hinterleuchtete Pads, die zur Roland Aira-Produktlinie passen. Außerdem verfügt er über alle Funktionen des 404SX und ist über MIDI vollständig mit der Roland TR-8 Drum Machine kompatibel.
Der 404MKII ist das neueste Mitglied der SP-Reihe und bringt viele von den Nutzer:innen geforderte Verbesserungen mit sich. Hier kannst du mehr über den neuen 404MKII erfahren und ihn in Aktion hören.