Modulationseffekte wie Phaser und Flanger werden in der modernen Metal-Community oft etwas stiefmütterlich behandelt. Man kann aber durchaus feststellen, dass viele dieser Effekte - allen voran Chorus und Pitch Shifter wie das Digitech Whammy - sowohl unbesungene Helden als auch gut gehütete Geheimnisse der Welt der Metal-Gitarren sind.
Heute werfen wir einen Blick auf einige der gebräuchlichsten Modulationseffekte im Metal. Wir werden uns anschauen, wie sie sich über die Jahre bewährt haben und wie sie in die Metal-Gitarren-Szene passen.
Chorus: Boss CE–2w
Chorus ist bei vielen Tonpuristen etwas in Verruf geraten. Möglicherweise lässt sich das darauf zurückzuführen, dass sie die populären Produktionstechniken der 80er Jahre leid sind (denkt an die "wässrigen" Chorus-Glasur eures Lieblings Yacht Rock-Tracks), oder auch auf die mangelnde Anwendbarkeit in vielen Subgenres der härteren Musik.
Trotzdem ist Chorus der Effekt, der neben Verzerrung wahrscheinlich am häufigsten genutzt wird.
Frühe Klassiker, wie Metallicas "One" oder "Pull Me Under" von Dream Theater machen sowohl live als auch auf Platte starken Gebrauch von Chorus. Wer sich das Video zu "One" genauer anschaut entdeckt zahlreiche Roland JC-120 Amps — bekannt für ihren eingebauten Chorus.
Moderne Helden, wie Zakk Wylde und Alexi Laiho von Children of Bodom, zeigen, wie der Effekt auf High-Gain klingen kann. Sie schwören auf Pedale wie den Boss CH-1, CE-5 und den MXR Stereo Chorus - letzteren verwendet Laiho als "always on" Pedal um seinen Signature-Sound zu bekommen.
Für alle, die sowohl satte Clean-Sounds als auch sahnig schwebende Lead-Sounds haben wollen, ohne Hunderte von Dollar für einen Boss CE-1 oder Roland Jazz Chorus zu zahlen, ist der Boss Waza Craft CE-2w eine gute Wahl.
Mit der Möglichkeit, on-the-fly zwischen einer originalgetreuen Nachbildung des CE-1 (der auf der Modulationssektion des Jazz Chorus basiert) und seinem direkten Nachfolger, dem Industriestandard Boss CE-2, zu wechseln, hat der Waza Craft für alle Jünger des Chorus etwas im Angebot.
Alternativen: Boss CH–1, MXR Stereo Chorus, Mooer Ensemble King
Pitch Shifting: Digitech Whammy V
Hat ein Pitch Shifter praktischen Nutzen für den modernen Metal-Gitarristen? Und ob.
Das wahrscheinlich berühmteste Pitch-Shifting-Pedal, das Digitech Whammy, wurde 1989 eingeführt und fand sofort Fans unter den experimentellen Gitarristen im Hard Rock- und Metal-Bereich. Dazu gehörte Panteras Dimebag Darrell, der die fußgesteuerten Oktavwechsel des Whammy auf Tracks wie "Becoming" und bei unzähligen Live-Soli in brutale Extreme führte.
Auch Gitarristen wie Buckethead haben das Pedal schnell für sich beansprucht. "Jordan", ein virtuoses Beispiel für die Beherrschung des Pitch-Shiftings, erfreute sich Mitte der 2000er Jahre großer Beliebtheit, was zu einem großen Teil wohl auch der Verwendung in "Guitar Hero II" zu verdanken war.
Natürlich wäre außerdem keine Liste von Whammy-Nutzern komplett, ohne Tom Morello von Rage Against the Machine und Audioslave zu erwähnen, der den Effekt für Oktavensprünge oder auch zum anfetten von Single-Note-Gitarrenriffs benutzt.
Jenseits des Whammys führen "intelligente" Pitch-Shifter wie das Boss PS-6 oder das Eventide Pitchfactor die Idee fort, indem sie Gitarristen die Möglichkeit geben, in jeder Tonart und über mehrere Skalen mit sich selbst zu harmonisieren.
Alternativen: Boss PS-6, Eventide Pitchfactor
Phaser: MXR Phase 95
In der Gitarrenszene der 70er Jahre war der Phaser kein neuer Effekt mehr. Denoch hat Eddie Van Halen ab den ersten Klängen von Van Halens gleichnamigem Debütalbum von 1978 zweifellos die Art und Weise verändert, wie Gitarristen die Möglichkeiten des Effekts wahrnahmen. Tracks wie "Eruption" und "Ain't Talkin' About Love" zeigten den wirbelnden und oft überwältigenden Sound des Effekts.
Aber auch wenn ein verzerrter Phaser (genau wie der Flanger) ein so prägnanter Effekt ist, hat er nicht nur auf Pedalboards von Gitarristen, die Van Halen's charakteristischem "Brown"-Sound nachjagen einen Platz verdient. Nennenswerte Ausnahmen, von Yob bis Deafheaven, fallen in den Bereich von Post-Metal, Shoegaze und Doom.
Auch der Prog Metal-Gigant Mikael Akerfeldt von Opeth gilt als Verfechter des Phasers und nennt den Electro-Harmonix Small Stone Nano im Interview als eines seiner Lieblingspedale.
Während die Gear-Community über die klangliche Qualität von Neuerscheinungen wie dem "Block"-Logo Phase 90 nach wie vor geteilter Meinung ist, bekam MXR für die Veröffentlichung des Phase 95 viel Beifall. Der daumengroße, äußerst vielseitige Phaser, hat sowohl "Block" als auch "Script" Phase 90-Sounds, ganz zu schweigen von seinem Phase 45-Modus, der intern zwei Phasenstufen dreht und so Uni-Vibe-artige Sounds ermöglicht.
Alternativen: DOD Phasor 201, EHX Small Stone Nano
Wah: Dunlop Crybaby
Der Sound eines festgestellten Wah-Pedals ist unverkennbar. Einige der einflussreichsten Rock- und Metal-Gitarristen - von Hendrix und Uli John Roth über Slash bis hin zu Satriani - setzten das Pedal ausgiebig auf der Bühne und im Studio für ihre berühmtesten Soli ein.
Andere vertieften in den frühen bis mittleren 90er Jahren den Einsatz des Wah-Pedals, wie Dimebag Darrell von Pantera, der auf Tracks wie "Throes of Rejection" aus Vulgar Display of Power von 1994 seinem charakteristisch aggressiven Rhythmusspiel mit Wah-Sweeps zusätzliche Dissonanz gab.
Das Wah-Pedal ist nach wie vor bei technisch orientierten Hard Rock- und Metal-Gitarristen beliebt. Einsatz findet es beispielsweise bei Joe Satriani, dessen Surfing with the Alien von subtilem bis extremen Wah-Gebrauch geprägt ist, und Steve Vai, dessen "Bad Horsie" letztendlich zur Entwicklung und Massenproduktion seiner eigenen Signature-Pedale führte.
Für diejenigen unter euch, die dem Sound ihrer Lieblingsgitarristen nachspüren möchten, haben viele Hersteller Signature-Pedale nach den Spezifikationen der bedeutendsten Wah-Wah-Nutzer im Sortiment: von Dunlops Dimebag Darrell inspiriertem Crybaby From Hell und dem Kirk Hammett Signature Wah bis hin zu Morleys Bad Horsie.
Alternative: Morley VAI–2 Steve Vai Bad Horsie 2 Contour Wah