Pedals und ihre Geschichte: Orion Effekte

Heute im Interview bei Pedals und ihre Geschichte:
Jan van Triest, seines Zeichens Gründer von Orion Effekte und ausgewiesener Fuzz-Flüsterer.

Wie hast du mit dem ganzen Pedalbauen angefangen, Jan?

Ich bin selbst Gitarrist und habe Anfang der 2000er bei der Band „Union Youth“ gespielt. Während der Aufnahmen zum Album „The Boring Years“ hat der Produzent tonnenweise coole Effektgeräte angeschleppt (z.B. Lovetone Pedale, Boss Chorus Ensemble, Buffalo Pfuz, Uni-Fuzz und und und) die wir nutzen durften – da wurde ich angefixt. Vorher habe ich eher das gespielt, was gerade so da war (z.B. Ibanez L.A. Metal, DOD Corrosion, Boss Heavy Metal).

Da ich Elektroniker bin, habe ich daraufhin angefangen Effektschaltungen nachzubauen – Fuzz Faces usw. - erst nur für mich, später dann auch für Bandkollegen und Freunde. Das hat sich dann schnell rumgesprochen, so dass ich begonnen habe unter dem Namen „Orion Effekte“ Effektgeräte bei eBay zu verkaufen. Und so kam eins zum anderen.

Und was war dein erstes Pedal als Orion Effekte?

Ich habe schon früh angefangen „ORION“ („Orion“ war damals ein Spitzname von mir, weil ich ständig eine Mütze mit der Aufschrift Orion trug) auf meine selbstgebauten Pedale zu schreiben, daher gibt es einige frühe Orion Effekte-Einzelstücke für Freunde (auf meiner Homepage orion-fx.com sind einige davon abgebildet). Das erste Serienpedal unter dem Namen Orion Effekte hieß „Fabrik Fuzz“ bzw. später „Gold Fuzz“. Das Gerät war auf 100 Stück limitiert.

Machst du das hauptberuflich?

Leider kann ich von den Effektgeräten allein nicht leben. Dafür sind meine Geräte wohl zu spezifisch. Das finde ich inzwischen aber OK – ich kann da mein Ding durchziehen ohne Erfolgsdruck im Rücken zu haben. So kann ich auch so Sachen machen wie zum Beispiel das klein limitierte „10 + 10“. Zusätzlich arbeite ich als Tontechniker an einem Theater.

Welche anderen Firmen oder spezielle Pedale haben dich inspiriert?

Ich bin seit eh und je großer „Big Muff“ Fan. Ich habe sogar mal eine Big Muff-Fanpage betrieben! Grundsätzlich mag ich die alten Pedale von Electro Harmonix. Als ich anfing selber zu bauen gab es noch nicht so viele Boutique-Hersteller. Ich war zu dieser Zeit sehr fasziniert von den damals „ungewöhnlichen“ Pedalen von Z.Vex. Inzwischen gibt es ja extrem viele interessante und coole Hersteller mit tollen Geräten, ich interessiere mich jedoch immer noch sehr für Overdrive- und Fuzz-Pedale.

Hast du ein Lieblings-Pedal?

Als mein absolutes Lieblingspedal würde ich den Big Muff in all seinen verschiedenen Versionen nennen. Vom frühen Ram's Head, das so einen schönen tighten Rock-Sound liefert, über die OP-Amp-Version mit ihrem Brat-Sound bis hin zur russischen Version, die die Soli so schön singen lässt!

Was hast du zukünftig geplant?

Diese Woche erscheint mein neues Pedal: der „Western Drive 2“. Ich habe die Western Drive-Schaltung in ein kleineres Gehäuse gequetscht, noch einen zweiten Soundmodus hinzugefügt und das Design verändert. Herausgekommen ist ein kompaktes und sehr variabel einsetzbares Overdrive-Pedal, das bei Bedarf immer noch mit Batterie betrieben werden kann. Mein nächstes Projekt wird ein Delay sein, dessen Features am „Kafka Reverb“ angelehnt werden sollen.

Auf welches Pedal oder Feature von Orion-Pedalen im Allgemeinen bist du besonders stolz?

Wenn man das so sagen kann, bin ich eher stolz darauf, dass meine Pedale möglichst wenig Features haben. Ich mag Effektgeräte, die mit wenig Reglern eine große Bandbreite abdecken. Mein „Kafka Reverb“ fällt da etwas aus der Reihe: Man hat üppige Regelmöglichkeiten und das Gerät besitzt einen Effekt-Loop in den Reverb-Weg.
 Ich achte bei meinen Pedalen grundsätzlich natürlich sehr auf die Qualität – ich möchte, dass so ein Effektgerät ewig hält. Eine Besonderheit bei meinen Pedalen ist auch die deutschsprachige Beschriftung, das Schreibmaschinen-Design und die „Used-Look“-Gehäuse.

Wer macht deine Designs?

Die Designs mache ich, wie eigentlich auch alles andere, selber. Meine Grafiken bestehen überwiegend aus Schreibmaschinenbuchstaben. Allerdings nutze ich nicht einfach eine vorgefertigte Computerschriftart; ich tippe die Buchstaben mit einer richtigen Schreibmaschine auf Papier und arrangiere diese dann am Computer. Anschließend wird der Aufdruck per Handsiebdruck von mir auf die Gehäuse übertragen.


Erfahre mehr über Orion Effekte unter orion-fx.com

5 Orion-Pedale auf dem Präsentierteller

Western Drive 2

Der Western Drive 2 ist mein neuestes Pedal. Er ist wie sein Vorgänger ein Overdrivepedal für Gitarre und Bass. Er klingt trocken, knochig und rough mit einem gehörigen Vintagefaktor. 
Neu bei der Version 2 ist das geschrumpfte Gehäuse und ein Kippschalter, mit dem eine zweite Verzerrungs-Charakeristik gewählt werden kann: Stufe 1 ist hierbei der altbekannte Western-Drive-Sound mit Silizium-Clippingdioden. Stufe 2 klingt durch Germanium-Clippingdioden smoother und wärmer.


Das Pedal ist ideal, um seinem Gitarrensound etwas „dirt“ hinzuzufügen, aber auch Midgain-Overdrive bis hin zu leichtem Distortion ist mit diesem Gerät möglich. 
Durch den „KLANG“-Regler kann man den Ton an sein Equipment angleichen. 


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Kafka Reverb

Der Kafka Reverb ist das Gerät, das ich zuletzt rausgebracht habe. Das Reverbpedal war international mein bisher erfolgreichstes Pedal. Im Kafka Reverb, dessen Parallelwelten-Konzept von dem oft unerklärlichen Werk Franz Kafkas inspiriert wurde, treffen mehrere Dimensionen aufeinander. So sind sowohl die Lautstärken des DIREKT- als auch des REVERB-Signals parallel individuell einstellbar – ein unverfänglicher Begleit-Hall ist ebenso realisierbar wie die wahre Natur dieses Pedals: Tiefgründige Hallräume ohne Grenzen.
Neben KLANG und GRÖßE der Hallräume ermöglicht der REFLEXION-Regler die Festlegung der Hall-Länge bis hin zu einer exzessiven Selbstoszillation.


Ein Einschleifweg mit Send- und Return-Buchsen gewährt den Zugriff nur auf das Hall-Signal, hier öffnet man die Pforte zu einer einer weiteren Parallelwelt, die der dritten Dimension. Werden dort z.B. weitere Effektpedale (Pitchshifter, Phaser, Delay, Verzerrer etc.) angeschlossen, kann das Hallsignal dramatisch manipuliert werden und neue, bis dato ungehörte Hall-Welten entstehen.

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Wildkraut Fuzz

Der Wildkraut Fuzz (oder sagt man das Fuzz?) liegt mir besonders am Herzen. 
Das Silizium Fuzz ist eine Weiterentwicklung meines limitieren Jubiläumsgerätes 10 Fuzz, von dem es nur noch wenige Exemplare zu kaufen gibt. Ich habe dem ehemals One-Knob-Pedal einige Regler hinzugefügt, die das Wildkraut Fuzz zu einem vielseitigen Pedal machen.


Der Sound ist trocken und knochig, sehr eigenwillig. Von highgain Riffs bis hin zu knarzig kaputten One-Note Geschichten ist beim Wildkraut Fuzz einiges machbar. In einigen Einstellungen fügt das Gerät sogar Octave-Down Sauereien ein.
 Durch die „Höhen“- und „Tiefen“-Regler kann man den Klang genau an sein Equipment anpassen.

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Dakota Red

Das Dakota Red ist in Zusammenarbeit mit HH Rebellius von Twangtone entstanden. Es war und ist mein bisher erstes Doppelpedal.
Das Gerät besteht aus einem Lowgain Overdrive, basierend auf meinem Western Drive und dem Elektro Booster. Im Dakota Red sind die Orion-Schaltungen den klanglichen Vorstellungen von HH Rebellius angepasst worden – so ist die Drive-Sektion low-gainiger als die des Western Drive ausgelegt und hat mehr Höhen in Reserve, sodass der Drive-Sound des Dakota Red nun in einem seiner Sweet Spots nahtlos an den urtümlichen Sound alter Fender-Tweed-Amps anknüpfen kann.
Der Booster des Doppelpedals kann wahlweise vor oder nach der Drive-Sektion angeordnet werden. Davor geschaltet, bietet er eine zusätzliche Gain-Stufe, hinter der Drive-Sektion ein zusätzliches Volume-Setting. Beide Effekte können natürlich auch einzeln genutzt werden.


Es existieren noch einige Restexemplare der größeren „Ur-Version“, außerdem gibt es die Drive-Sektion des Dakota Reds als Single-Pedal: das Dakota Drive.

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Elektro Booster

Der Elektro Booster war eins meiner ersten Geräte und ist mein Dauerbrenner-Pedal. Der beliebte Booster für Gitarre und Bass arbeitet diskret mit FET-Technologie, und mit bis zu 35dB Gainreserven ist das Gerät ideal zum Anblasen von Röhrenamps. Ausserdem verleiht der Elektro Booster anderen Verzerrer-Pedalen mehr Drive, wenn man ihn vorschaltet.
Durch seine hohe Eingangsimpedanz, kann man den Booster auch als Buffer nutzen, um seinen Cleansound aufzuklaren (Stichwort „Always-On-Pedal“).


Der Elektro Booster ist auch in einer „mini“-Version erhältlich.

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