Mit Pedalen zum perfekten High Gain-Ampsound

Selbst mit einem High Gain-Amp, Pickups mit hohem Output und der perfekten Metal-Gitarre ausgerüstet fällt es vielen schwer, den genau richtigen Metalsound zu finden. Palm Mutes und Tremolopicking fehlt die Kontur, trotz guter Spieltechnik; Rhythmus- und Leadparts gehen im dichten Mix unter.

Viele Gitarristinnen und Gitarristen haben aber eine simple Lösung gefunden: Boosts.

Es ist genau diese Lösung, mit der schon Stevie Ray Vaughan seinen Fender Super Reverb zum Zerren brachte und mit der Randy Rhoads seinen sägenden Sound bei Quiet Riot und Ozzy Osbourne bastelte.

Wenn ihr es mit einem Amp mit einer Tonne an eigenem Gain zu tun habt, solltet ihr bei der Wahl eines Overdrives vorsichtig sein. Zu viel Gain und Kompression kann das Signal abwürgen, oder schlimmer, auf der Bühne eine Wand an Feedback hervorrufen.

Hier werden wir jetzt ein paar der beliebtesten Pedale im Metalbereich vorstellen und sehen, wie sie in euer individuelles Setup passen könnten.

Tube Screamer: Bassfrequenzen aufräumen

Es ist kein Geheimnis, dass der Ibanez Tube Screamer eins der beliebtesten Designs der Pedalwelt ist. Der dreiknöpfige Overdrive mit dem perfekten Mittenboost ist ein allgegenwärtiger Teil in Blues und Rocksetups geworden, von Stevie Ray Vaughan über The Edge von U2 bis Trey Anastasio.

Wie alle, die schon mal einen Tubes Screamer — ob einen TS-808, TS9 oder auch einen Maxon OD-808 — benutzt haben, wissen, eignen sie sich hervorragend um an mehr Zerre zu bekommen oder den Preamp des Amps zu pushen.

Der Tube Screamer eignet sich aber nicht nur für Blues und Rock, sondern ist eins der größten offenen Geheimnisse der Metalszene, besonders für Gitarristen im Metalcore und anderen extremen Subgenres.

In Kombination mit einem High Gain-Amp wie dem beliebten Mesa/Boogie Dual Rectifier oder einem Peavey 5150/6105 wird der Tube Screamer oft dazu benutzt, den Sound zu formen, statt ihn zu boosten.

Der Volumeregler wird gewöhnlich hoch eingestellt, Gain niedrig, der Amp-Gainregler ebenfalls. Mit dieser Einstellung balancieren die Mitten des Pedals die charakteristisch bass- und höhenlastigen Sounds dieser Amps aus. Der Bass klingt dadurch tighter, während die oberen Mitten genau die richtige Menge an Kante bekommen, ohne Schrill zu werden.

Einen Tube Screamer so zu benutzen, führt zu tighten Palm Mutes, klarem Tremolopicking und genug Mitten, um sich in einem dichten Mix in Breakdowns, Leadparts und allem dazwischen durchzusetzen. All das, ohne den Grundton des Amps zu opfern.

Manche Künstler benutzen den Tube Screamer dennoch klassich, als dreckigen Boost in den Gain-Schaltkreis des Amps, was heavy Rhythmus- und schreiende Leadsounds in klassischeren Metal Genres bringt.

Ihr seid wahrscheinlich gut beraten, ein Noisegate wie das Boss NS-2 oder den ISP Decimator mit eurem Tube Screamer zu kombinieren, um ungewünschten Krach, der enstehen kann, wenn man ein Overdrive Pedal in einen High Gain-Amp spielt, zu unterdrücken.

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Equalizer: Alleskönner

Egal, ob sie im Effect Loop oder in der normalen Effektkette platziert werden, sind EQ-Pedale extrem nützlich, um Fokus auf den Teil eures Sounds zu legen, der für Klarheit und Ausdruck sorgt und um gleichzeitig auch fiese Frequenzen zu bändigen.

Der größte Vorzug eines EQ-Pedals ist die vielfältige Einsetzbarkeit. Der Boss GE-7, der MXR 6-Band EQ und selbst der preisgünstigere Danelectro Fish & Chips bieten beachtliche Boostfähigkeiten mit der Flexibilität, genau die Bass, Mitten, oder Höhenfrequenzen zu kontrollieren, die das eigene Spiel verlangen.

Ein EQ-Pedal kann zum Herausdrehen von Bass oder Mitten benutzt werden, kann aber gleichzeitig auch die hohen Frequenzen akzentuieren, die der Gitarre im Solo mehr Biss verleihen.

EQ-Pedale sind auch eine wertvolle Unterstützung gegen den Feind vieler Gitarristen mit High Gain-Sounds: unerwünschtes Feedback. Während Feedback zwischen Gitarre und Amp als gewolltes Stilmittel benutzt werden kann, ist mikrofonisches Feedback zwischen Monitor, PA und Mikrofonen oft unmusikalisch. Hohes Feedback zerstört Ohren, Bass Feedback den Sound.

Basslastiges Feedback tritt häufig im 250 bis 500 Hz-Bereich auf, während stechendes Höhenfeedback oft über 2 kHz stattfindet. Regelt mit dem entsprechenden Schieberegler des EQ-Pedals nach und euer Sound wird es euch danken.

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Distortion: Bass erhalten

Wir haben schon besprochen, wie Overdrive und EQ durch ihre Möglichkeiten euren Sound zu formen für euer Setup Sinn machen können. Ein Distortionpedal zu benutzen kann deshalb erstmal widersprüchlich wirken: gerade mit Amps wie dem Dual Rec oder dem 5150 würden die frequenzschluckenden Amps nur mit den frequenzschluckenden Pedalen kämpfen.

Wenn man es aber mit einem EL-34 Röhrenamp wie einem Marshall zu tun hat, kann ein Verzerrer die fehlenden Bässe ausgleichen. Ein Tube Screamer würde dem obere Mitten-lastigen Amp nur noch mehr Bass klauen.

In den frühen 80er Jahren begannen Gitarristen mit EL-34 Amps eine neue Riege an Zerrpedalen — unter anderem das Boss SD-1, dasProCo Rat und das MXR Distortion + — zu benutzen, um ihren Sounds Aggression und Fülle zu verleihen.

Ähnlich wie bei der Kombination aus Tube Screamer und High Gain-Amp sollten Distortion Pedale mit hohem Level und niedrigem Gain eingestellt werden. Mit den Tone- und Gainpotis kann der Sound der anzerrenden EL-34 Röhren dann für perfekt singende Lead- und High Gain-Rhythmussounds eingestellt werden. Die Bassfrequenzen bleiben intakt während die Mitten akzentuiert werden.

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