
Wahrscheinlich ist der Mensch, der bei deinem nächsten Gig die Mics ausrichtet und den Mix auf deinen Monitoren einstellt, ein Musiker genau wie du. Aber viele Musiker behandeln die Soundleute nicht mit dem nötigen Respekt, obwohl ihr Live-Sound davon abhängt.
Hier sind deshalb die wichtigsten Dinge, die du als Musiker beachten solltest, damit es zwischen dir und dem Tontechniker reibungslos läuft und der Sound spitze wird.
Stell sicher, dass dein Equipment funktionstüchtig ist.
Stelle vor dem Auftritt sicher, dass deine Instrumente, Verstärker, Effekte und Kabel alle funktionieren. Es ist nicht der Job des Technikers, dir vor oder während des Gigs mit neuen Kabeln, Batterien oder Drumsticks auszuhelfen. Versuche bestenfalls immer Backup-Equipment dabei zu haben.

Erstelle eine Liste mit den Instrumenten und Mikros, die auf die Bühne sollen.
Nimm dir die Zeit, um vor oder während des Aufbaus zu besprechen, wie viele Vocal-Mics, DI-Boxen, Amp-Mikros und weitere Inputs deine Band benötigt. Erkläre außerdem, wie ihr euch auf der Bühne ausrichtet und hinstellt. Noch besser ist es, eine kleine Grafik zu erstellen und immer einen Ausdruck mitzubringen auf dem alles genau eingezeichnet und beschrieben ist.
Du:Wir brauchen ganz vorne zwei Vocal-Mics und eins für den Drummer. Dann noch nen Input für den Keyboarder und eine DI für die Mandoline.
Tontechniker:Ihr seid die Besten!
Hab eine Set-List mit Instrumentwechseln am Start.
Steigt der Gitarrist zwischendurch auf eine Akustikgitarre um? Singt auf einmal jemand anders die Lead-Stimme? Kommt ein Gast-Musiker auf die Bühne? Überraschungen sind super für das Publikum, aber nicht für den Sound-Engineer.
Wenn ihr fertig aufgebaut habt, lasst alles eingesteckt.
Knistern, Ploppen, Feedback. Lasst auf jeden Fall alle Instrumente und Mikros eingesteckt, bis der Tontechniker das Zeichen gibt, dass eure Kanäle gemutet sind.
Frag nicht das Publikum, wie der Sound ist.
Der Live-Mix ist keine Sache für das Publikum, verlass dich lieber auf die qualifizierte Meinung des Tontechnikers. Sie kennen den Raum genau und können euch entsprechend gut klingen lassen. Sie brauchen sicher nicht die Tipps deiner Mutter oder eurer Kumpel, bezüglich eures Mixes. Wenn der Sound nicht ganz so toll war, lass es den Techniker nach dem Gig wissen und er wird daraus lernen.
Du brauchst mehr Monitor im Mix? Sag es übers Mikro.
Deine mysteriösen Hand-Signale können nur schwer von normalsterblichen Menschen verstanden werden. Sag einfach übers Mikro kurz Bescheid, dass du es etwas lauter brauchst. Am besten ist es natürlich, wenn du ganz spezifisch sagst, der Bass muss lauter die Keys leiser etc., so weiß der Techniker ganz genau Bescheid.
Wenn dein Amp zu laut ist, wird es schwer den Mix zu kontrollieren.
Wir verstehen das alle, oder? Der FOH ist nicht gewillt, die Lautstärke der PA auf Stadion-Niveau anzuheben. Stell den Amp lieber so ein, dass du dich gut hörst und lass den Mixer den Rest über die Fader regeln. In kleineren Venues sind zudem kleinere Amps mit weniger Watt die bessere Wahl, um einen guten Sound hinzubekommen.
Du:Kannst du bitte zwei Mics vor meinen 4x12er Stack packen, damit der ordentlich drückt?
Tontechniker:Klar, so lange du versprichst, sie nicht anzuschließen.
Bau so schnell ab, wie du auch aufgebaut hast.
Deine Freunde kommen auf die Bühne und gratulieren? Sag ihnen, du musst erstmal kurz abbauen. Vor allem wenn noch eine Band nach euch spielt. Wenn ihr es nicht schafft innerhalb von 10 Minuten abzubauen, seid ihr entweder zu langsam oder habt zu viel Zeug auf der Bühne.
Und einen kleines Trinkgeld schadet nie.
Und zum Schluss: Gib ruhig ein bisschen Trinkgeld. Das macht sonst keiner? Genau deswegen wirst du in guter Erinnerung bleiben!