Video: Die Geschichten hinter 5 schrägen Vintage-Bässen

In der Welt der Viersaiter haben wir in schon in einigen unserer vorherigen Bass-Videos über großartige Instrumente aus der Boutique-Fraktion und eine wiederbelebte Reihe von spaßigen Shortscale-Modellen berichtet. Heute tauchen wir in einen Bereich ein, den man als eine unserer Spezialitäten bezeichnen könnte: Vintage-Kuriositäten.

Schnell: Was meint ihr, wie der Jazz Bass zu einem legendären Instrument wurde? Durch Versuche und Scheitern. Nachdem Fender und Gibson in den 50er Jahren zu den Grundsäulen der Branche wurden, gab es in den folgenden Jahrzehnten Dutzende von Konkurrenten, die ständig auf der Suche nach der nächsten großen Bass-Innovation waren.

Das Ergebnis war zwar oft ein Blindgänger, aber auch einige dieser "Fehler" wurden zu Kult-Favoriten, die noch immer die Blicke aller Wissenden auf sich ziehen. Schauen wir uns fünf Beispiele an.

Gibson Les Paul Signature Bass


Gibson Les Paul Signature Bass. Foto vonCME.

Die vier Worte "Gibson Les Paul Signature" lassen einen erstmal an ein High-End-Custom-Modell denken, das nach den Spezifikationen von jemandem wie Duane Allman oder Billy Gibbons hergestellt wurde. Der wahre Hintergrund ist aber interessanter: Es handelt sich dabei um einen zum Kulthit gewordenen Semi-Hollowbody-Bass.

Die ursprüngliche Les Paul Signature-Produktion, die von 1973 bis 1978 hergestellt wurde, umfasste etwa 1.500 Gitarren und noch weniger Bässe. Als eines der Endergebnisse der Experimente der Firma mit niederohmigen Tonabnehmern (diese finden sich auch im Recording-Bass, der später in Triumph umbenannt wurde), wurde der Signature von Les Paul selbst entworfen, nachdem Gibson und ihr berühmtester Endorsement-Geschäftspartner ihre Partnerschaft, die im Großteil der 60er Jahre getrennt war, wiederbelebt hatten.

Falls holziger Gibson-Ton euch aufhören lässt: auf Reverb gehen diese Bässe regelmäßig für etwa 3.000 Dollar weg. Der Les Paul Signature-Bass wurde außerdem auch als Epiphone Jack Casady Signature neu aufgelegt, der bei Bassisten wie Pino Palladino und Mani von The Stone Roses Anklang fand.

Ampeg/Dan Armstrong Lucite Bass


Ampeg Dan Armstrong Lucite Bass. Foto von CME.

Diese modernen Meisterwerke sind zwar durchsichtig, aber das Sustain, das von einem Dan Armstrong Lucite Bass wiedergegeben wird, ist so dick wie eine Wand.

Sie sind zwar nicht die ersten serienmäßig hergestellten Plastik-Saiteninstrumente (diese Ehre gebührt den National "Map"-Gitarren), aber die Lucite-Linie gehört immer noch zu den bekanntesten Acryl-Gitarren und Bässen. Die durchsichtigen Instrumente wurden hergestellt, nachdem sich Ampeg 1967 an Dan Armstrong wand, einen angesehenen Gitarrentechniker in NYC. Armstrong entschied sich für die spezielle Art von Acrylglas, die er Lucite nannte, weil er glaubte, dass es gutes Sustain liefern würde - womit er Recht hatte. (Die offiziellen Modellnamen der Serie, wie der ARMB-1, wurden von Fans zugunsten der einfacheren Spitznamen "Lucite" oder "See-Through" weitgehend vernachlässigt).

Bis zu späteren Neuauflagen wurde der Lucite-Bass zwar nur einige Jahre lang produziert, er fand aber trotzdem seinen Weg in die Hände von Legenden wie Geezer Butler und Phil Lynott sowie modernen Helden wie Jesse Keeler von Death From Above 1979. Sowohl Originale als auch Reissues tauchen regelmäßig auf unserer Seite auf und werden in der Regel für 1.500 bis 3.000 Dollar verkauft. Haltet ein Auge offen für die ultra-raren Black Smoke-Versionen.

S.D. Curlee Bass


S.D. Curlee Bass. Foto von CME.

Der Name mag vielleicht nicht jedem etwas sagen, aber S.D. Curlee ist in der Bass-Community zu Recht für einen Stil gelobt, der sich von allen anderen unterscheidet. Neben dem kantigen Design und den DiMarzio-Tonabnehmern sind diese Instrumente und ihr Hersteller auch historisch Interessant, als erste amerikanische Firma, die ihre Designs an japanische Hersteller lizenziert hat.

S.D. Curlee wurde 1976 von drei Partnern außerhalb von Chicago gegründet und konzentrierte sich bei der Produktion auf drei Punkte: natürliches Aussehen, solide Bespielbarkeit und erschwingliche Preise. Bevor das Unternehmen 1982 sein Geschäft schloss, entwickelte sich eine treue Fangemeinde für seine Bässe (und gelegentlich auch für Gitarren). In diesen fünf Jahren machte Curlee den Schritt, sich mit japanischen Herstellern zusammenzuschließen und lizenzierte Kopien herzustellen, im Gegensatz zu unlizenzierten, wie es bekanntlich bei Branchengrößen wie Gibson der Fall war.

Kürzlich wurde der Name S.D. Curlee von der Firma Birdsong wiederbelebt, die auch den Artikel verfasst hat, aus dem ein Großteil dieser Informationen stammt. Für ein tieferes Eintauchen in dieses wenig bekannte, aber faszinierende Kapitel der Gear-Geschichte folgt einfach diesem Link.

Rickenbacker 4005


Rickenbacker 4005. Foto: The Guitar Broker.

Dieses 360er-Pendant ist ein Lehrbuchbeispiel für ein Instrument, das aufgrund der geringen Nachfrage in geringer Stückzahl produziert wurde und hinterher eine hohe Nachfrage aufgrund seiner geringen Stückzahlen erlebte. Der Rickenbacker 4005 hat einen riesigen Semi-Hollow-Body, ein Titan sowohl in der Größe als auch im Preis: Diese Bässe werden regelmäßig für etwa 10.000 Dollar verkauft, aber wir hatten das Glück, einen für eine Demo in die Hände zu bekommen.

Der 4005 ist zwar so schwer wie sein Design vermuten lässt, aber dafür klingt dieser Heilige-Bass-Gral auch so voluminös wie ein verborgener Tempel voller mystischer Relikte. Dieser gesegnete Ton wird durch prächtige Details ergänzt, wie einen mehrteiligen Hals, ein kariertes Binding und einen kleinen "Filter"-Knopf für mehr Kick, der sich nie durchsetzen konnte. Man hat ihn schon in den Händen von Noel Gallagher, Geddy Lee und sogar modernen Bassisten wie Chris Baio von Vampire Weekend gesehen.

Trotz einer Produktionsserie von 1965 bis 1984 wurden überraschend wenige davon jemals hergestellt. Nach den Verkaufszahlen von Reverb scheinen die meisten 4005er in Fireglo zu kommen, mit einem schlankeren Angebot in Mapleglo. Es gibt einige noch seltenere Ausführungen, darunter das herrlich absurde "Lightshow"-Modell.

Wenn ihr das Glück habt, auf einen solchen zu stoßen, habt ihr eine ordentliche Wertanlage in der Hand.

Gretsch 6070


1963 Gretsch 6070. Foto: Martin Music.

Der Gretsch 6070 ist ein Hollowbody-Bass mit einem einzelnen Tonabnehmer, der nach dem Vorbild der Country Gentleman-Gitarre gebaut und deshalb auch Country Gentleman-Bass genannt wurde. Wie einige Modelle seines sechssaitigen Gegenstücks verfügt der Country Gentleman-Bass über eine massive Decke mit dekorativen, aufgemalten F-Löchern, um Rückkopplungsprobleme zu vermeiden.

Der 6070 wurde von 1962 bis 1972 hergestellt und ist ein großer Bass mit einem dicken Hals, der sich in vielen Händen geradezu gigantisch anfühlen wird. Aber wie bei der Country Gent Gitarre gibt es einige Features, die dem Komfort dienen, wie der gepolsterte Boden und die doppelte Daumen- und Fingerauflage, und andere, die für die klangliche Vielfalt eingebaut wurden: das mechanische Stummschaltungssystem in der Nähe des Stegs und ein Tone-Switch für den einzelnen Filter'Tron-Humbucker.

Während die schiere Masse des Korpus, des Halses und der Kopfplatte den Eindruck erwecken könnte, dass man einen Kontrabass spielt, geht der untere Gurtknopf diesen Gedanken noch einen Schritt weiter: Man kann den End-Pin zu einem Ständer ausfahren, so dass man den Bass in aufrechter Position spielen kann. Es gibt ähnliche Modelle von Gretsch mit unterschiedlichen Tonabnehmer-, Korpus- und Lack-Varianten: den 6071, 6072 und 6073.

comments powered by Disqus

Reverb Gives

Mit deinen Käufen unterstützt du Programme zur Förderung Jugendlicher, damit sie das Equipment erhalten, das sie zum Musizieren brauchen.

Ups, sieht aus, als hättest du etwas vergessen. Bitte prüfe die rot hervorgehobenen Felder.