Videos: Reverb startet Tutorial-Reihe “Intro To Synthesis"

”Intro To Synthesis" ist eine neue sechsteilige Video-Reihe von Reverb, die Synthesizer-Interessierten Schritt für Schritt die Grundlagen dieses Instruments vermitteln soll. Ob Anfänger oder erfahrener Synth-Nutzer - diese Tutorial-Reihe ermöglicht dir tiefere Einblicke in alle Basiskonzepte.

Wir beginnen mit dem Ausgangspunkt aller Synthesizer-Sounds—den Oszillatoren bzw. Schaltungen, die den Basis-Sound erzeugen, der dann durch die weiteren Komponenten des Synthesizers geformt wird.

Im dem ersten Video oben geht Justin DeLay von Reverb erst einmal auf die einzelnen von Oszillatoren erzeugten Schallwellen ein und demonstriert diese auf seinem Korg Mono/Poly.

Die Sägeschwingung oder Sägezahnschwingung ist eine Grundschwingungsform, die sich, wie Justin erklärt, „phantastisch für Synthesizer-Sounds wie Strings eignet, wenn man diese Energie und Dynamik in den oberen Tonbereichen wiedergeben möchte."

Eine Rechteckschwingung ist eine kräftige, harmonische Schwingung mit einem runderen, “hohleren" Klang. Aufgrund ihrer harmonischen Komplexität lassen sich aus dieser Grundschwingungsform zahlreiche Frequenzen formen.

Eine Dreieckschwingung erzeugt einen dumpferen Ton mit einer dünneren, weniger lebendigen Schwingungsform und eignet sich wunderbar für Bass- oder gedämpfte Keyboardtöne.

Sägezahnschwingung
Rechteckschwingung
Dreieckschwingung

Die finale Schwingungsform, erklärt Justin, ist eine Verzerrung. Für sich allein genommen klingt es wie statisches TV-Rauschen, aber in Verbindung mit anderen Oszillator-Schwingungsformen kann sie deren Klang harmonische Komplexität und Dynamik verleihen.

Im zweiten Teil von Justins Einführung in die Oszillatoren zeigt er dir, wie man die Basisklänge des Generators mit Hilfe anderer Synthesizerkomponenten formt und ihnen ganz unterschiedliche Charaktere verleiht.

„Das Coole an einer Rechteckschwingung ist, dass sie nicht ausschließlich rechteckig sein muss", erklärt er. „Das Rechteck lässt sich bis zu einem ganz flachen Puls herunterschrauben, und jede dazwischenliegende Variation erzeugt einen anderen Ton."

Pulsweite

Über eine Pulsweitenmodulation, also eine Veränderung der Impulsbreite, kannst du den Klang der Rechteckschwingung beeinflussen und verschiedene Klangeigenschaften erzeugen. Bei manchen Synthies lässt sich das manuell regeln, und so wird es auch von Justin demonstriert, bei anderen automatisch, aber darauf gehen wir später im Video noch ein.

Da viele Synthesizer über mehrere Oszillatoren verfügen, kann man diese übereinanderlegen und so einen „kräftigeren, vom harmonischen Standpunkt aus interessanteren Sound erzeugen."

Die Oktav- oder Range-Funktion eines Oszillators ermöglicht es dir, den vom Oszillator wiedergegebenen Frequenzbereich einzustellen. Sind mehrere Oszillatoren vorhanden, kannst du also einen auf einen tiefen Frequenzbereich einstellen und andere auf höhere Ranges, um die Töne zu trennen wie die einzelnen Mitglieder eines Ensembles.

Justin erläutert, dass die Zahlen 32', 16', 8' und 4' am Range- oder Scale-Regler Überbleibsel aus der Zeit der Pfeifenorgeln sind. Damals bestimmte die Länge der Pfeife über Höhe oder Tiefe eines Tones.

Du kannst aber nicht nur die Oktaven verändern, sondern darüber hinaus mithilfe des Tune-Knopfes eine Feineinstellung des Oszillatorklangs vornehmen. Einen Oszillator im selben Frequenzbereich wie einen anderen zu verstimmen erzeugt einen pulsierenden Takt, der an leicht verstimmte Gitarrensaiten erinnert.

Modulation ist ein wichtiger Begriff für das Verständnis der Synthese. Hierbei wird ein Signal aus einem Synth-Bereich benutzt, um ein anderes Signal zu verändern - und zwar, ohne dass man hierfür manuell einen Knopf drehen muss.

Um dieses Konzept anhand eines Beispiels zu erläutern, koppelt Justin einen Niederfrequenzoszillator (LFO) an den Pulsweitenregler des Synthesizers, um eine sich verändernde Pulswellenbreite zu erreichen (wie zuvor bereits in diesem Video demonstriert). Du kannst aber nicht nur die Form der Rechteckwelle modulieren, sondern auch über einen Niederfrequenzoszillator die Tonstufe verändern.


Auf Grundlage des in diesen beiden Videos vermittelten Basiswissens erläutern wir in den nächsten Tutorials die unterschiedlichen Möglichkeiten, Synthesizerklänge mithilfe von Filtern und anderen Features aufzupeppen. Verpasse nicht in der kommenden Woche das dritte Video unserer Tutorial-Reihe.

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