Nachdem wir bereits die Ranglisten der meistverkauften Effektpedale und Mikrofone des Jahres auf Reverb veröffentlicht haben, wenden wir uns heute den Synthesizern und Drum Machines zu. Wie wir schon in den anderen Kategorien beobachten konnten, gab es im Jahr 2020 einen großen Ansturm von Anfängern und neuen Musiker*innen auf den Gearmarkt, da Lockdowns und Social Distancing den Leuten wahrscheinlich die Zeit gaben, tiefer in ihr Hobby einzusteigen. Und was gibt es schließlich Schöneres, als zu Hause einen Synthesizer oder eine Groovebox anzuschließen und sich für eine Weile in ihren Klängen zu verlieren?
Im Folgenden findet ihr die meistverkauften Geräte in vier verschiedenen Kategorien, gefolgt von den Gesamtverkaufszahlen der einzelnen Marken. In all diesen Listen gehen wir von den gesamten Verkäufen auf Reverb aus, die sowohl neue als auch gebrauchte Artikel umfassen, wobei die Platzierungen relativ ähnlich bleiben, wenn man neu und gebraucht getrennt betrachtet.
| Platz | Modell | Durchschnittlicher Gebrauchtpreis |
| 1 | Teenage Engineering OP-1 | 889,96 € |
| 2 | Elektron Digitone | 527,43 € |
| 3 | Korg Minilogue | 343,76 € |
| 4 | Korg Volca FM | 106,38 € |
| 5 | Korg MicroKORG | 246,13 € |
| 6 | Korg Monologue | 210,80 € |
| 7 | Moog Mother-32 | 437,78 € |
| 8 | Korg Volca Keys | 102,86 € |
| 9 | Arturia MicroFreak | 220,80 € |
| 10 | Behringer Model D | 204,17 € |
| 11 | Behringer TD-3 | 107,09 € |
| 12 | Korg Minilogue XD | 477,27 € |
| 13 | Behringer Neutron | 215,90 € |
| 14 | Arturia Microbrute | 178,86 € |
| 15 | Moog Subharmonicon | 587,58 € |
Der Teenage Engineering OP-1 war auch in diesem Jahr der meistverkaufte Synth auf Reverb. Während seine Verfügbarkeit in den letzten Jahren ab und zu eingeschränkt war, waren die Verkäufe 2020 sowohl für neue als auch gebrauchte Geräte konstant, was Sinn macht, wenn man bedenkt, dass dieses facettenreiche Gerät in vielerlei Hinsicht der perfekte Social-Distancing-Synth ist.
Manche werden sich vielleicht fragen, wie es möglich ist, dass sich dieses eher teure Gerät besser verkauft als ein Korg Minilogue, wobei man einige wichtige Faktoren im Hinterkopf behalten sollte. Zum einen sind diese Rankings natürlich auf die Verkäufe bei Reverb beschränkt und unterscheiden sich so wahrscheinlich von den Verkaufszahlen der gesamten Branche und dem Gerätemarkt im Allgemeinen. Wenn der OP-1 oft bei Reverb erhältlich ist und wir dadurch einen höheren Prozentsatz seiner Gesamtverkäufe als bei anderen Synthesizern feststellen, gibt ihm das einen Vorsprung gegenüber Produkten, bei denen der weltweite Bestand kleiner ist. Außerdem ist der OP-1 ein relativ einzigartiges Gerät, was bedeutet, dass er die einzige Option für Leute ist, die nach etwas mit seinen speziellen Funktionen suchen (was durch seine Popularität bei YouTubern wie Andrew Huang noch verstärkt wird). Im Vergleich dazu haben Musiker*innen, die nach einem einfachen subtraktiven Synthesizer wie dem Minilogue suchen, eine Fülle anderer Optionen wie den Behringer Model D, die Arturia Brute-Serie, ganz zu schweigen von Korgs eigenen Varianten wie dem Monologue und dem Minilogue XD. Während sich diese Käufergruppe also auf einen Haufen vergleichbarer Produkte verteilt, steht der OP-1 für sich allein und erzielt mehr Gesamtverkäufe.
Was die Neuerscheinungen angeht, so verkaufte sich der Moog Subharmonicon bei seiner Erstveröffentlichung extrem gut, obwohl der Behringer TD-3 das übertrifft, wenn man ihn als 2020er Veröffentlichung zählt (er war für 2019 angekündigt, wurde aber erst etwas später ausgeliefert).
Im Vergleich zur Liste von 2019 ist der Elektron Digitone in das obere Feld aufgestiegen, was die insgesamt starken Verkaufszahlen dieser Marke widerspiegelt. Behringer-Synthesizer verkauften sich 2020 ebenfalls gut — obwohl dies ein Bereich ist, in dem sich der Reverb-Markt wahrscheinlich vom allgemeinen Synthesizermarkt unterscheidet, da viele Behringer-Produkte vermutlich als Vorbestellungen bei großen Einzelhändlern anderswo im Internet gekauft werden.
Das andere große Thema im Jahr 2020 war ein allgemeiner Anstieg der Gebrauchtpreise, insbesondere bei einsteigerfreundlichem Equipment wie Recording-Interfaces und Akustikgitarren. Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens haben sich viele Einsteiger*innen dazu entschlossen, dieses Jahr zu nutzen, um mit dem Musikmachen anzufangen, was zu einem großen Zustrom von neuen Käufer*innen auf dem Markt führte. Gleichzeitig schränkten Lieferkettenprobleme und Ladenschließungen, vor allem im Frühjahr, die Verfügbarkeit von fabrikneuen Geräten ein, was viele dazu veranlasste, sich dem Gebrauchtmarkt zuzuwenden. Der Effekt war ein allgemeiner Anstieg der Preise für gebrauchte Geräte und eine schnellere Verkaufszeit vieler gebrauchter Angebote auf Reverb. Wenn ihr wissen wollt, wie sich die Preise für einen der Synthesizer auf dieser Liste verändert haben, klickt auf den Link des Geräts und scrollt auf der jeweiligen Produktseite zur Preis-Historie.
Dieses Jahr haben wir uns dafür entschieden, Synthesizer und Drum Machines (zusammen mit Samplern und Grooveboxen) in verschiedene Ranglisten zu unterteilen. Im Folgenden findet ihr die meistverkauften Exemplare der letzteren Gruppe, wobei einige Geräte wie der Novation Circuit oder diverse Modelle von Elektron zugegebenermaßen zwischen den beiden Kategorien stehen.
| Platz | Modell | Durchschnittlicher Gebrauchtpreis | |
| 1 | Korg Volca Beats | 103,06 € | |
| 2 | Elektron Digitakt | 547,35 € | |
| 3 | Korg Volca Sample | 103,95 € | |
| 4 | Elektron Model:Samples | 225,70 € | |
| 5 | Roland TR-8S | 498,58 € | |
| 6 | Behringer RD-8 | 259,88 € | |
| 7 | Akai MPC Live | 717,68 € | |
| 8 | Novation Circuit | 229,12 € | |
| 9 | Arturia DrumBrute Impact | 206,55 € | |
| 10 | Korg Volca Drum | 115,97 € | |
| 11 | Teenage Engineering PO-33 | 71,28 € | |
| 12 | Alesis SR-16 | 84,30 € | |
| 13 | Elektron Octatrack MkII | 969,47 € | |
| 14 | Arturia DrumBrute | 239,37 € | |
| 15 | Roland SP-404SX | 351,66 € |
Als nächstes widmen wir uns dem Eurorack-Markt, wo das Make Noise Maths seine Serie an der Spitze fortsetzt. Das Tolle an Eurorack ist natürlich, dass jedes Setup einzigartig und persönlich ist und es tonnenweise coole Module für spezielle klangliche Bedürfnisse gibt. Dennoch gibt es eine Handvoll nützlicher Schweizer-Taschenmesser-Modelle, die in praktisch jedem System Anwendung finden können. Viele der Top-Seller hier können als solche eingestuft werden.
| Platz | Modell | Durchschnittlicher Gebrauchtpreis |
| 1 | Make Noise Maths | 225,82 € |
| 2 | Expert Sleepers Disting MK4 | 150,30 € |
| 3 | Mutable Instruments Plaits | 183,47 € |
| 4 | ALM/Busy Circuits Pamela's Workout | 204,42 € |
| 5 | Make Noise Morphagene | 411,78 € |
| 6 | Intellijel uMIDI | 97,56 € |
| 7 | Noise Engineering Basimilus Iteritas Alter | 268,97 € |
| 8 | Mutable Instruments Clouds | 302,87 € |
| 9 | Mutable Instruments Rings | 226,60 € |
| 10 | ALM/Busy Circuits ALM017 Pamela's NEW Workout | 217,74 € |
| 11 | Make Noise Rene Sequencer | 211,03 € |
| 12 | Erica Synths Pico Drums | 122,72 € |
| 13 | Make Noise STO Sub Timbral Oscillator Module | 137,56 € |
| 14 | Make Noise Pressure Points | 166,94 € |
| 15 | Make Noise Richter Wogglebug | 175,06 € |
Kommen wir zu guter Letzt zum Vintage-Segment des Marktes, in dem wir alle Synthesizer, Drum Machines und Sampler zusammenfassen, die vor dem Jahr 2000 hergestellt wurden. Der Juno-106 ist nach wie vor der am häufigsten auf Reverb gehandelte Vintage-Synthesizer und rangiert auch in Punkto Preis an der Spitze. In diesem Jahr hat sich auch die Popularität von Rackmount-Soundmodulen wie dem
Im Großen und Ganzen ist die Liste ähnlich der Rangliste von 2019 — die 2019er Version dieses Posts könnt ihr euch hier ansehen, um genauer zu vergleichen. Es gibt jedoch einige Neuzugänge, darunter der Roland D-50 und der Casio CZ-101, beides weit verbreitete digitale Synthesizer, die in den 80er Jahren herauskamen. Ebenfalls neu in den Top 15 ist der Roland TR-606, dessen Durchschnittspreis im Laufe des Jahres ebenfalls stark gestiegen ist. Interessant an dieser Platzierung ist, dass 2020 mit dem Roland TR-06 und Behringers RD-6 Klon auch zwei verschiedene Nachbauten des Klassikers TR-606 auf den Markt kamen. Beide Veröffentlichungen trugen wahrscheinlich dazu bei, neues Licht auf das Original zu werfen, was zu neuem Interesse und höheren Verkaufszahlen führte. Diese Dynamik, dass eine Neuauflage das Interesse an einem Original weckt, ist auf dem Markt für Vintage-Geräte nicht ungewöhnlich und sicherlich auch nicht auf Synthesizer beschränkt.
| Platz | Modell | Durchschnittlicher Gebrauchtpreis |
| 1 | Roland Juno-106 | 1368,12 € | 2 | Yamaha DX7 | 471,53 € | 3 | Casio SK-1 | 127,21 € | 4 | Roland TR-707 | 426,13 € | 5 | Yamaha TX81Z | 176,85 € | 6 | Roland JV-1080 | 264,71 € | 7 | Roland TR-505 | 150,14 € | 8 | Roland Juno-60 | 2106,65 € | 9 | Roland TR-606 Drumatix | 451,17 € | 10 | Alesis HR-16 | 171,56 € | 11 | Boss SP-202 | 196,34 € | 12 | Roland D-50 | 515,91 € | 13 | Casio CZ-101 | 341,09 € | 14 | E-MU Systems Proteus 2000 | 225,11 € | 15 | Suzuki Omnichord OM-84 | 379,91 € |
Zum Abschluss findet ihr hier eine Momentaufnahme des Synth-Marktes auf Reverb im Jahr 2020 auf Markenbasis. Werft einen Blick darauf, um zu sehen, wie eure Lieblingsmarke bei uns abschneidet. Viel Spaß beim synthetisieren im neuen Jahr!
