In der Geschichte der Rockmusik gibt es nur eine Handvoll Bands, die einen komplett einzigartigen Sound und Charakter verkörpern. Tool ist zweifellos eine dieser Bands. Von ihrem frühen Bombast auf "Sober" bis zum weitreichenden Prog von "Third Eye" hat die Band einen Stil entwickelt, den keine andere Band auch nur annähernd erreicht hat.
Dieser einzigartige Sound entspringt der Art und Weise, wie Danny Carey (Drums), Justin Chancellor (Bass) und Adam Jones (Gitarre) ihrem legendär individuellen Equipment Sounds entlocken, die von peitschendem Metal bis hin zu irrsinnigen Atmosphären reichen.
Wie wir alle haben die Jungs schon eine ordentliche Menge Equipment durchgefeuert. Es gibt aber ein paar Grundbausteine in jedem ihrer Arsenale, die Teil der Geschichte der Band geworden sind. Während wir also die Veröffentlichung ihres heiß ersehnten "Fear Inoculum" feierten, haben wir uns eingehend mit der Ausrüstung beschäftigt, die zur Entstehung der Legende beitrug.

Gitarren
Jede Abhandlung des Equipments von Adam Jones muss mit seiner legendären Gibson Les Paul Custom Silverbursts beginnen. Es ist bekannt, dass er eine Handvoll dieser Instrumente aus den Jahren 78 bis 83 besitzt, die er bis auf einen Seymour Duncan JB an der Stegposition im Werkszustand hält. Es ist ein simple und leicht wiedererkennbare Kombination, die ihn durch seine gesamte Karriere begleitet hat.
Effekte
Von seinen Gitarren aus trifft Jones' Signal auf ein relativ einfaches Pedalboard, das der Vielfalt seiner Sounds unrecht zu tun scheint. Zu seinem Arsenal gehören ein MXR Micro Amp Boost und ein altes DOD FX40B Sieben-Band-Bass-Equalizer-Pedal, die oft bei Zerrparts eingeschaltet bleiben, um Fülle und Durchsetzung zu erreichen.
Als nächstes folgen ein Boss DD-3 Digital Delay, ein Dunlop 535Q Wah, eine Heil Talk Box und ein Boss BF-2 Flanger, der vom schwurbelnden "Stinkfist"- bis zum schneidenden "Jambi"-Solo gehört werden kann.
Das Ganze wird von einem Paar Boss PSM-5 Netzteilen und einem Volume-Pedal gesteuert, mit dem er verschiedene Gainstufen anfährt. Obwohl er in der Vergangenheit als Fan der Ernie Ball VP-Serie Volumepedale galt, hat er inzwischen das Goodrich 120 für sich entdeckt.
Verstärker
Als extrem frühzeitiger Nutzer des Diezel VH4 war Jones dafür verantwortlich, den dritten Kanal des Verstärkers in den Mt. Rushmore der High-Gain-Sounds zu meißeln. Tatsächlich tourt er immer noch mit seiner originalen, äußerst seltenen Blue-Panel-Version.
Ein weiterer Verstärker, ebenso wichtig für den Tool-Sound, ist sein 1976er Marshall Super Bass. Durch die Kombination mit den VH4s fügt er seinem Sound das unverwechselbare britische Brüllen hinzu, das die mittleren Frequenzen perfekt ausfüllt. Dieser Verstärker ist bis heute im Werkszustand geblieben und laut Dunlop TVs Bericht über die Ausrüstung von Jones scheut er keine Mühen, ihn so zu halten.

Bässe
Der Platz des Bassisten ist der einzige bei Tool, der von zwei Personen besetzt wurde. Auf den frühen Aufnahmen der Band, Opiate und Undertow, legten Paul D'Amours Rickenbacker Chris Squier-Modell und sein Music Man StingRay den tonalen Grundstein für seinen Nachfolger und aktuellen Tool-Bassisten Justin Chancellor.
Die Tieftöne der Band fängt Chancellor mit ein paar Wal MKII-Bässen ein (erfahrt hier mehr über Wal und andere britische Bässebauer). Diese britischen Boutique-Instrumente bieten die Kraft und das Gewicht eines StingRay, aber geben dank einer einzigartigen Pickup-Konstruktion Chancellor den Cut und die Präsenz, die er braucht, um den Mix zu durchdringen.
Effekte
Während Chancellor genügend Effekte einsetzt, um jeden Gitarristen eifersüchtig zu machen, bilden nur eine Handvoll Pedale den Grundstein seines Sounds. Als Bassist, der Clean-, Dirty- und DI-Sounds mischt, hat er seinen verzerrten Amp lange Zeit mit einer Kombination aus einem Tech 21 SansAmp GT2, einer ProCo Turbo Rat (es gibt Gerüchte über einen Wechsel zum KHDK Abyss Bass Overdrive) und einem Boss GEB-7 Bass Equalizer angetrieben.
Nicht zu vergessen ist auch sein markanter Gebrauch eines Boss BF-2 Flanger und eines Boss DD-3 Digital Delay. Chancellor ist Meister darin, eine Vielzahl von Effekten zu nutzen, um eine maximale Wirkung zu erzielen. Aber werft nur diese beiden auf euer Board, und ihr werdet überrascht sein, wie viele Tool-Songs euch erwarten.
Verstärker
Obwohl es keinen definitiven Tool-Bassverstärker gibt, hat sich Chancellor während seiner gesamten Zeit in der Band auf verschiedene Mesa Boogie-Verstärker und -Boxen verlassen. Zu den Verstärkern gehören die Modelle 400+, MPulse 600+ und Basis M2000.
Während der Aufnahmen zu 10,000 Days machte Chancellor den Sprung zu Gallien Krueger 2001RB Topteilen, die ihm seitdem auf jeder Tour als cleane und verzerrte Plattform dienen. Mit einem äußerst cleanen Demeter VTBP-201 Bass-Preamp vermischt gelangt ihr so an einen der meistgelobten Bass-Sounds der Rockgeschichte.

Schlagzeug
Danny Carey entschied sich schon früh für Sonor als seine bevorzugte Schlagzeug-Marke. Während sich sein Set im Laufe der Jahre weiterentwickelte, hat Carey laut einem Artikel aus dem Jahr 2016 im Drum! Magazine kürzlich ein einzigartiges Mammut-Set zusammengebaut, darunter seine Sonor Danny Carey Signature 8 "x14" Snare, Bassdrums aus geschmolzenen Becken und einer custom Sonor Acryl Gong Drum.
Elektronik
Carey ist auch groß darin, akustische und elektronische Percussion zu mischen. Seine Go-to-Pads bleiben sein Mandalas-Prototyp, den er in Verbindung mit der Battery Software von Native Instruments verwendet. Ihr werdet ihn auch dabei erwischen, wie er alles von World-Percussion bis hin zu Ambient-Effekten aus einer alten Korg Wavedrum und dem neueren Roland Handsonic bezieht, die oft für das frühe Material der Band herangezogen werden.
Becken und Sticks
Was Becken angeht, ist Carey seit 1992 ein eingefleischter Anhänger von Paiste. Hier ist eine Liste seines aktuellen Setups, die direkt von Careys Paiste-Künstlerseite stammt:
- 6" 2002 Cup Chime
- 6.5" 2002 Cup Chime
- 22" 2002 Novo China custom
- 5.5" 2002 Cup Chime
- 8" Signature Dark Energy Dark Energy Splash Mark I
- 8" Signature Splash
- 10" Signature Dark Energy Dark Energy Splash Mark
- 18" Signature Power Crash
- 14" Formula 602 Classic Sounds Sound Edge Hi-Hat
- 18" Signature Power Crash
- 22" Signature Dry Heavy Ride
- 22" Signature Heavy China custom
- 20" Signature Power Crash
- 11" Noise Works Dark Buzz China Top
- 18" 2002 China
- 40" Symphonic Gong
Natürlich sind der wichtigste Teil des gesamten Setups, abgesehen von Carey selbst, seine Vic Firth Danny Carey Signatur Sticks. Diese Teardrop Hickory-Sticks verfügen über einen abgeschrägten Mittelteil, der einem harten Drummer wie Carey hilft, seine erstaunliche Technik durchziehen zu können, ohne die Kontrolle zu verlieren.