In diesem Jahr wird Wayne’s World, der beliebte Kultfilm über eine Sendung im offenen Kanal eines Vororts von Illinois, 25 Jahre alt.
Wie du dich vielleicht erinnerst, steckt Wayne’s World randvoll mit Zitaten und Momenten und quillt über mit identifikationsstiftenden Szenen aus dem Slackerleben, von Autofahrten zu den Klängen von Bohemian Rhapsody bis zu stundenlangem Abhängen im Donutshop.
Für Gitarristen allerdings bleibt Waynes schmerzvolles Verlangen nach einer klassischen Vintage-Gitarre, die auf ewig unerreichbar bleibt, am besten haften. Wer kennt es nicht, dieses Gefühl?
Hier zur Auffrischung ein kleiner Zusammenschnitt der wichtigsten Filmszenen:
So wie Cassandra im Film treffend resümiert, handelt es sich bei der fraglichen Gitarre um eine „64er Fender Stratocaster in klassischem Weiß mit drei Single-Coil-Pickups und Vibratohebel".
Wayne fügt noch scharfsinnig hinzu, dass das Baujahr sie zu einer Pre-CBS-Gitarre macht. Für Nicht-Vintage-Gitarrennerds: Das bezieht sich auf eine Zeit, bevor Fender von der Firma CBS aufgekauft wurde, was sich eher negativ auf die Qualitätskontrolle auswirkte und Gitarren nach 1965 für Sammler weniger begehrenswert machte.
Cassandras Feststellung, dass die Strat drei Single-Coils und einen Tremolohebel besitzt, ist wiederum nicht besonders erwähnenswert, da beinahe alle Strats aus jenem Jahr über genau diese Eigenschaften verfügen. Fender hat einige Nicht-Tremolo-Strats in den 50ern und 60ern (bekannt als Hardtails) gefertigt, wobei sie nicht sehr verbreitet und begehrt waren, und für eine längere Zeit erschienen keine Strats, die über andere Pickups als Single-Coils verfügten.
Das für unsere Zwecke entscheidende Detail ist jedoch das Finish. Cassandra beschreibt die Gitarre als „classic white“, obgleich der offizielle Name dieses Finishs aus jener Zeit eigentlich „olympic white“ war. Die Farbe war nur als Fender-Sonderbestellung erhältlich, was sie zu einer sehr viel selteneren Gitarre als die Standard-Sunburst-Strat aus demselben Jahr macht.
Was den Preis angeht, hat sich der Wert von Vintage-Strats nach einem Markthoch um 2007 herum wieder etwas abgekühlt. Heute würde eine originale 1964 Olympic White Stratocaster im exzellenten Zustand laut Reverb-Verkaufsstatistik für €13.000 bis €19.000 den Besitzer wechseln. Noch vor zehn Jahren, als Strats bei Sammlern etwas beliebter waren, hätten es €25.000 oder mehr sein können.
Im Film gibt es unterdessen keinen konkreten Anhaltspunkt für den Preis, den Wayne für die Gitarre zahlt. Wir sehen bloß eine Handvoll Geldscheine, die er dem Angestellten im „Stairway“-Verboten-Gitarrenladen entgegenstreckt. Da er jedoch zu Beginn des Films ziemlich pleite ist und der Scheck für die Vertragsunterschrift ihm $5.000 einbringt, dürfen wir wohl annehmen, dass er weniger bezahlt hat. Auf lange Sicht hat er damit also statt einer maßlosen Prasserei eine ziemlich gute Investition getätigt. Kurz und gut: Party Time, Excellent.
