Für einige legendäre Metal-Gitarristen ist das Instrument der Wahl vom Hilfsmittel zur Vertonung ihrer heavy Riffs zum Teil des persönlichen Images geworden. Unter diesen unverwechselbaren Gitarren findet man einige heiliggesprochene Instrumente, die die Welt des härtesten Genres maßgeblich geprägt haben.
Wir schauen uns hier sieben dieser legendären Gitarren an, um herauszufinden, wie sie in den Sammlungen ihrer berühmten Besitzer gelandet sind, wo sie sich heute befinden, und - natürlich am wichtigsten - welche Geschichten sich hinter ihnen verbergen.
Tony Iommis 1965er Gibson SG Special

Der Gottvater des Metals wurde im Laufe seiner Karriere mit einer Vielzahl von Gibson SGs gesichtet. Es war aber seine 1965er Gibson SG Special, wegen des Aufklebers auf dem Korpus mit dem Spitznamen Monkey versehen, die für den Urknall verantwortlich war, der Heavy Metal hervorbrachte.
Der Geschichte nach war Iommi eigentlich ein Anhänger der Stratocaster, bis hin zu dem Tag, an dem Black Sabbath ihr Debütalbum aufnahmen. Wie es das Schicksal wollte, gab der Stegpickup seiner Strat den Geist auf. Die einzige Ersatzgitarre in der Nähe war eine mit P90ern bestückte SG. Der Rest des Albums wurde mit dieser Gitarre aufgenommen (genau wie Klassiker wie "War Pigs", "Paranoid" und "Iron Man") und Rock'n' Roll war für immer verändert.
Die Gitarre wurde seitdem vom britischen Gitarrenbauer Jon Birch mit einigen Modifikationen ausgestattet, wie z.B. wechselnden Pickups, einer Wrap-Around-Bridge und dem Affenaufkleber, der dem Instrument seinen Namen verleiht.
Heute findet ihr "Monkey" in der Sammlung des Times Square Hard Rock Cafe in New York.
Michael Schenkers schwarz-weiße Gibson Flying V

Von seiner Arbeit mit den Scorpions bis zu seinem Erfolg mit UFO schrieb Michael Schenker mit seiner schwarz-weißen Flying V im Anschlag das Buch der Heavy Metal-Lead-Gitarre neu.
Ab dem Tag, an dem Schenker seine erste V von seinem Bruder Rudolf auslieh, hatte sie ihn gepackt. Allerdings gefiel dem aufstrebenden Helden das originale Finish der Gitarre nicht. Nach einem fehlgeschlagenen Versuch es selber zu entfernen, ließ Schenker die Gitarre reparieren und lackierte sie im klassischen Schwarz-Weiß-Look, einfach weil er sich nicht sicher war, welche der Farben ihm besser gefallen würde. Von diesem Zeitpunkt an bekamen alle Vs, die durch seine Hände gingen dasselbe zweifarbige Facelifting verpasst.
Leider war Schenker aufgrund einer von Schwierigkeiten geplagten Karriere Anfang der 2000er Jahre gezwungen, seine geliebten Gibsons zu verkaufen. Aber nicht alles war verloren: der Tiefpunkt ebnete den Weg für seine Signatur-Reihe bei Dean Guitars, die custom Designs, den klassischen Schwarz-Weiß-Look und sogar eine schwarz-weiße Akustik-V umfasst.
Zakk Wyldes originale Bullseye Les Paul Custom

Zakk Wyldes erste Bullseye Les Paul Custom, liebevoll "The Grail" betitelt, hat seit seinem ersten Auftritt mit Ozzy Osbourne in den 1980er Jahren Aufsehen erregt. Ursprünglich nur mit dem Bullseye-Muster bemalt, um Wylde von Randy Rhoads - Ozzys früherem blonden, Les Paul Custom spielendem Helden - zu unterscheiden, hat der Look der Gitarre mythischen Status erlangt.
Was einige aber vielleicht nicht wissen, ist, dass diese legendäre Axt fast für immer verloren war. Auf Tour mit Zakks Band Black Label Society fiel The Grail aus einem schlecht abgesicherten Truck. Durch einen Glückstreffer stieß ein Zakk Wylde-Fan beim durchstöbern der örtlichen Pfandleiher auf eine sehr speziell aussehende Gibson Les Paul Custom für... festhalten: 250 Dollar. Der Fan kontaktierte Wylde und die beiden waren wieder vereint.
Mittlerweile ist The Grail bei Zakk zuhause sicher verwahrt und wird immer noch für Aufnahmen im The Black Vatican, seinem Heimstudio, verwendet.
Dimebag Darrells Dean ML

Bevor Pantera den großen Erfolg schafften, war Dimebag Darrell in Texas so etwas wie eine lokale Legende und shreddete bei jedem Gitarrenwettbewerb "erfahrenere" Gitarristen an die Wand. Einer der Preise, die er bei einem Wettbewerb gewann, war eine kastanienbraune Dean ML, die später verkauft wurde, um den Kauf eines gelben Pontiac Firebird zu finanzieren.
Der neue Besitzer brachte die ML mit zur Bandprobe, wo sein Bandkollege Buddy Blaze ihm eine Kramer für die Dean eintauschte, nachdem er sie als die ehemalige Gitarre von Darrell erkannte. Blaze machte sich dann schnell an die Arbeit, und baute das Instrument zu der mit Blitzen versehenen ikonischen Metalaxt um, als die wir sie heute kennen.
In einer Wendung des Schicksals leiht Blaze die Gitarre für ein paar kommende Pantera-Auftritte zurück an den nichtsahnenden Darrell. Als Dimebag sie ihm anschließend abkaufen wollte, gab Blaze sie zurück und verriet ihm, dass es das gleiche Instrument war, von dem er sich vorher getrennt hatte.
Dimebag Darrell und seine stark modifizierte Dean ML würden daraufhin neu definieren, wie brutal Heavy Metal sein kann. Von der Aufnahme des härtesten Albums, das je auf Platz 1 in die Charts einstieg, bis hin zu unzähligen Welttourneen und jahrelangem Bühnengebrauch wird die "Dean From Hell" für immer mit Dimebags Vermächtnis verbunden bleiben.
Chuck Schuldiners Custom B.C. Rich Stealth

In den späten 80er und frühen 90er Jahren trat Chuck Schuldiners Band Death eine Art von Heavy Metal los, die Heavyness, technisches Können und Songwriting des Genres auf ein nie dagewesenes Niveau brachte. All dies geschah mit seiner custom B.C. Rich Stealth.
Das schon äußerlich extrem anmutende Instrument passte perfekt zum gewaltigen Sound des Death Metals. Seine gleichzeitig kantigen und fließenden Linien wurden aus Erle und einer Ahorn Neck-Through-Konstruktion gefertigt. Für die maximale Einschlagskraft entschied sich Schuldiner für ein unkompliziertes Single Pickup, Single Volume und Wrap-Around Bridge-Setup, das keine Kompromisse zuließ.
Obwohl Chuck eine Sammlung von Stealths besaß, war es das schwarze mit DiMarzio X2N bestückte Modell, das seine Nummer eins war. Stealth Nummer eins blieb nach seinem Tod bei seiner Familie und ist mittlerweile im Besitz seines Neffen.
Meshuggahs Nevborn 8-String Gitarren

Heutzutage ist die 8-saitige E-Gitarre weit verbreitet. Aber als Meshuggahs Gitarristen Fredrik Thordendal und Mårten Hagström als erste bei der schwedischen Firma Nevborn Guitars anfragten, um sich Gitarren bauen zu lassen, die ganze Gebäude zum Beben bringen können, begann eine Revolution der Metalgeschichte.
Nachdem sie für ihre vorherigen Alben 7-saitige Gitarre tiefer gestimmt hatten, wechselten Meshuggah zu den Custom Nevborns, um ihr bahnbrechendes Album Nothing neu einzuspielen. Das Ergebnis war einer der schwersten und krachendsten Gitarrensounds, der je aufgenommen wurde, und im Anschluss eine Explosion von Bands und Herstellern auslöste, die sich gegenseitig an Härte übertreffen wollten.
Mittlerweile haben die Jungs von Meshuggah ihr Design zu Ibanez gebracht, was zu zwei der wohl besondertsten Signaturmodelle da draußen führte, der FTM und der M8M. Durch die Kombination des 8-saitigen Designs mit einem Lundgren M9 Pickup mit geringem Output und einer Bass-artigen 29,4" Mensur entstanden Instrumente, die perfekt auf eine tiefergelegte Rhythmus-Attacke abgestimmt sind.