Erster Eindruck: Fenders revolutionäre Acoustasonic Hybrid

Fender hat uns über die letzten Jahre eine Menge neuer spannender Gitarren gegeben. Es gab dabei einige mutige und frische Ideen - wie etwa die Parallel Universe-Reihe, die Merkmale verschiedener historischer Fender zusammenbrachte. Ihre neuen Gitarrenveröffentlichungen sind in aller Regel jedoch Verfeinerungen oder Neuauflagen vertrauter Vorlagen und Kernmodelle. Viele stehen zum Beispiel auf die neuen American Professional- und Performer-Modelle. Aber niemand würde sie wohl als Bruch mit den bewährten Formeln und Mustern des Herstellers bezeichnen.

Diese Woche bringt Fender jedoch etwas auf den Markt, das weit über alles Vorherige hinausgeht und sich in das langjährige firmeneigene Vermächtnis echter Gitarreninnovation eingliedert: die Fender Acoustasonic.

Die Acoustasonic wird am Donnerstag auf der NAMM vorgestellt. Schon jetzt gilt sie als aussichtsreiche Anwärterin auf den Titel der vielseitigsten Gitarre auf dem Markt. Wie in unserem obigen Video zu hören, ist die Soundpalette, die sie erzeugen kann, umfassend, überzeugend und inspirierend. Sie ist ein neuer Hybridinstrumententyp, eine mögliche Ideallösung für eine ganze Generation von Live- und Studiogitarristen, die ein Instrument benötigen, das nahezu alles abdeckt.

Nun mögen einige von euch vielleicht denken, dass das Design nach wenig mehr als einer aufgemotzten Version des Stratacoustic-Modells aussieht, einer von jenen diversen elektroakustischen Gitarren mit schmalem Body. Stimmt nicht. Die neue Acoustasonic krempelt das ganze elektroakustische Hybrid-Paradigma komplett um.

Diese Gitarre wurde über mehrere Jahre hinweg so konzipiert, dass sie echte akustische Tonalität, klassische elektrische Fender-Töne und alle verschiedenen Farbnuancen und Farben bietet, die dazwischen liegen.

Schlägst du sie unplugged an, klingt sie wie eine Akustische. Spielst du sie mit Strom, kannst du über einen Drehknopf einstellen, nach welcher Art von Akustikgitarre sie klingen soll. Und in der E-Gitarreneinstellung klingt sie angeschlossen an einen Verstärker wie dem Deluxe Reverb wie eine Tele. Sie ist leicht und klangvoll, spielbar und motivierend und fühlt sich - und das ist vielleicht das Wichtigste -, wie eine Fender an.

So funktioniert es

Die Acoustasonic setzt auf etwas, das Fender sein "Saiteninstrument-Resonanzsystem" nennt. Das sitzt gleich auf der anderen Seite des Schalllochs und erweitert und verbessert die natürlichen Klänge des Hohlkörpers der Acoustasonic. Fender ist stolz auf die Forschung und Entwicklung, die in diesem System stecken. Es ist diese technische Errungenschaft, die es ihnen ermöglicht, den Klang einer konventionellen Akustischen aus einer Gitarre im Telecaster-Format herauszuholen.

Jene grundlegenden akustischen Klänge werden dann über drei verschiedene Tonabnehmer verstärkt. Unter dem Steg gibt es einen Fishman Matrix Narrow-Pickup und einen "Acoustasonic Enhancer" neben einem bodenständigen Fender Noiseless-Pickup, der speziell für dieses Modell entwickelt wurde. Diese verschiedenen Elemente fügen sich alle zusammen, um zehn verschiedene Stimmen zu erzeugen, die die Bandbreite zeitgenössischer Gitarrenstile und Klangfarben abdecken.

Die Sounds der Acoustasonic

Auf der Acoustasonic lassen sich über einen Fünf-Wege-Stimmwahlschalter zwischen fünf Hauptmodi wechseln. In jeder dieser Positionen kann man mit dem Mod-Regler zwei verschiedene Stimmen mischen. Wie du unten in den Beschreibungen von Fender siehst, reichen diese Stimmen von reiner, klassischer Akustik bis hin zu archetypischem Fender Electric-Sound. Position 4 zum Beispiel ist auf filigranes Fingerstyle-Spiel ausgelegt, während Position 3 ein hervorragender Kandidat für perkussive Lagerfeuergitarristen ist.

Position 5: Kern-Akustische
A: Sitka Spruce/Rosewood Dreadnought

Tiefer Bass trifft auf schrille Höhen, um eine traditionelle akustische Stimme zu erzeugen. Hervorragend für ausladendes, schwungvolles Spiel.

B: Alpine Spruce/Rosewood Auditorium

Straffer und heller für einen moderneren Popsound und einen detaillierten Mitteltonbereich, der sich perfekt für Strumming oder Fingerstyle eignet.

Position 4: Alternative Akustikgitarre
A: Engelmann Spruce/Maple Small-Body

Intime, saloninspirierte Stimme, klar und hell und am besten für feines Spiel geeignet.

B: Sitka Spruce/Mahogany Dreadnought

Voller Mittelton mit tiefer Bassstimme, die sich gut für Roots-Strumming oder Fingerstyle eignet.

Position 3: Percussion & verbesserte Obertöne
A: Sitka Spruce/Brazilian Rosewood Dreadnought

Reich und erdig mit komplexen Obertönen.

B: Fügt der genannten Stimme Body Pickup hinzu (bis zu einer voreingestellten maximalen Mischung)

Alle oben genannten Punkte plus ein perkussives Top und verbesserte Obertöne.

Position 2: Acoustics & Electric Blend
A: Sitka Spruce/Mahogany Dreadnought

Vollmundig, absolut akustisch, erdig und klar mit einem großen Dynamikbereich.

B: Mischt den elektrischen Pickup mit der obigen Stimme (vorbestimmte semicleane Stimme)

Ein intensiver akustischer Rhythmussound trifft auf Fenders elektrischen Klang - wenn du richtig nach vorne gehen willst.

Position 1: Elektrisch
A: Fender Electric Clean

Du wirst kaum glauben, dass deine Akustikgitarre dazu imstande ist.

B: Fender Electric Fat/Semi-Clean

Du wirst wirklich kaum glauben, dass deine Akustikgitarre dazu imstande ist.

Für wen ist sie das Richtige?

Es gibt viele Gitarristen, die diese Gitarre gerne spielen werden, und wahrscheinlich auch einige, die sie prinzipiell einfach ablehnen werden. Das ist auch okay. Sie soll deine Tele oder Dreadnought nicht ersetzen. Und nicht jeder braucht ein derart vielseitiges Instrument zum Musikmachen. Manche bevorzugen für jeden Effekt ein liebevoll ausgewähltes, einzelnes Pedal. Andere lieben die Alleskönnerqualitäten ihrer Multi-Effekt-Einheit.

Aber für Gitarristen, die viel aufnehmen oder in Live-Situationen spielen, die eine Werkzeugkiste voller verschiedener Sounds und Styles erfordern, ist die Acoustasonic definitiv eine Überlegung wert. Ein Gitarrist in einer Hochzeitsband mit Sängern, die eine Reihe verschiedener Genres bedienen, wird es schätzen, "Blackbird" und den Leadpart von "Something" spielen zu können, ohne das Instrument wechseln zu müssen.

Jemand mit vielen Auftragsarbeiten wie Joe im Video kann diese Gitarre verwenden, um alle Gitarrenspuren für ein Projekt einzuspielen, ohne von seinem Schreibtisch aufstehen zu müssen. Sinnvoll wäre die Gitarre auch für Lobpreisleiter, die einen Chor unterstützen und im Gottesdienst auch etwas Pedalfülle einpflegen möchten. Oder für einen Gelegenheitsspieler, der eine coole Gitarre will, die Spaß macht und für die neueste Technologie und modernes Design steht.

Das elektroakustische Hybridenerbe

Die Idee, eine akustische und eine E-Gitarre in einem einzigen Instrument zu vereinen, ist beinahe so alt wie die E-Gitarre selbst. Akustikgitarren mit Pickups wie die Gibson Archtops aus den 40ern oder die mit Cobain assoziierte Martin D-18E sind eine Sache; gezieltere Hybriddesigns begründen jedoch ihren eigenen Stammbaum. Bemerkenswerte Beispiele sind das Danelectro Convertible aus den 60ern oder die neuere Taylor T-Serie. Hier kannst du mehr über deren Geschichte lesen.

Die Acoustasonic ist die bislang fortschrittlichste Thronfolgerin dieser Dynastie. Sie ist keine Akustikgitarre mit ausgefallener Elektronik oder eine E-Gitarre mit pseudoakustischem Korpusdesign: Sie ist etwas anders und erfrischend. Und während Gitarristen im Internet oft ehrgeizige neue Designkonzepte ablehnen, zielt die Acoustasonic eindeutig mehr auf Musiker, die tatsächlich von den vielen praktischen Anwendungen profitieren werden.

Die erste Auflage an Acoustasonics, hergestellt im Fender-Werk im kalifornischen Corona, wird in Kürze in fünf verschiedenen Ausführungen ausgeliefert. Obwohl es dazu noch keine Bestätigung gibt, scheint es nicht ganz unwahrscheinlich, dass Fender die Erfahrungen, die in diesem ersten Modell stecken, dazu nutzen wird, irgendwann günstigere Versionen aus mexikanischer Fertigung anzubieten. Bleib dran für weitere Neuigkeiten.

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