Boss Effektpedale sind fast unzerstörbar, überall erhältlich, und so einer der Eckpfeiler der Gitarrenszene geworden. Durch das heutige riesige Angebot an Effekten und der ständigen Weiterentwicklung von Gitarrentrends und Tones wurden jedoch viele unser einst geliebten Boss Pedale auf Pedalboards durch die Riege der neusten "Boutique"-Geräte ersetzt. Jetzt wird's aber Zeit, die ungemoddeten Klassiker zu entstauben und ihnen ein paar neue Sounds zu entlocken, die den Bosseffekten wieder zu einem festen Platz auf eurem Pedalboard verhelfen können.
DS-1 Distortion: ein ziemlich wütendes Zerrpedal
Das DS-1 Distortion wurde in den Non-Mastervolume Jahren der späten 70er eingeführt und war damals eins der ersten Pedale, dass einem den Sound eines High-Gain Amps gab, ohne dass man den Verstärker auf ein ohrenbetäubendes Level drehen muss. Die messerscharfen Höhen und der starke tonale Charakter, den es dem Sound verleiht lassen die Meinungen zum DS-1 jedoch stark auseinander gehen. Glücklicherweise gibt es einen Weg, wie man sich den fiesen Sound zunutze machen kann, für Zerrsounds die so aggressiv wie inspirierend sind.
Gain aufreißen
Der erste Schritt ist, einfach den Gainregler voll aufzudrehen. Niedriger als das gibt das Pedal nur wenig anregende Zerrleistung.
Volume aufreißen
Weil dieser Sound am besten mit einem zerrenden Amp funktioniert, könnt ihr dem Verstärker ruhig alles, was das DS-1 zu bieten hat geben. Behaltet dabei allerdings im Hinterkopf, dass der Volumeregler des Pedals auch den Sound verändert. Experiment mit ihm, um den Schmutz des Signals so abzustufen, wie ihr ihn wünscht.
Tone aufreißen... Doch, wirklich
Der Toneregler des DS-1 findet durch seine durchdringenden Höhen in Stellungen die über 12 Uhr hinaus gehen wenig Freunde. In diesem Fall sind es aber gerade diese Höhen, die dem Sound die Zähne verleihen. Dreht den Regler hoch, für einen bissigen und Ohrenbetäubenden Zerrsound, der sich mit Sicherheit in jedem Mix durchsetzen wird.
DD-7 Delay: Artificial Double Tracking (ADT)
Das DD-7 ist zweifellos das leistungsfähigste Pedal der DD-Serie von Boss, mit reichhaltigen Optionen für analoge, klare digitale, reverse oder auch modulierte Delays. Die Stereoausgänge machen aber einen Trick möglich, den viele übersehen: künstliche Doppelungen, genannt ADT (Artificial Double Tracking).
Mit ADT kann man ein einzelne Gitarrenperformance klingen lassen, als wäre sie mit zwei Gitarren gespielt worden. Ein Tritt auf das DD-7 und ihr werdet euch fragen, warum die Band eigentlich noch weiter den zweiten Gitarristen bezahlt.
Stereo ist der Bringer
Für die besten Ergebnisse solltet ihr den linken und rechten Output des DD-7 mit zwei seperaten Verstärkern verbinden, oder, falls ihr Direkt aufnehmt, mit seperaten Inputs eures Interface, hart zu den Seiten gepannt. Die Technik würde auch in mono funktionieren, der Effekt dann aber stark reduziert.
Einstellungen
Level: Ungefähr 50%, Wet und Dry-Signal in ähnlichem Verhältnis
Feedback: Auf eine einzige Wiederholung einstellen
Time: Hängt davon ab, wie "loose" die Performance sich anfühlen soll. Ich würde bei ungefähr 50ms starten, da ist der Effekt langsam genug um den Sound fett zu machen, aber schneller als ein gewöhnliches Slapback-Delay.
Mode: Könnt ihr frei entscheiden. Eine wärmer klingende Wiederholung kann dem Sound aber willkommene Variation geben.
Pedal treten und ab geht's!
Dieser Effekt verleiht dem Bandsound machtvollen Durchschlag und Breite und funktioniert damit sowohl als dauerhafte Andickung des Sounds, als auch zur Akzentuierung einzelner Songparts.
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GE-7 Graphic Equalizer: Komplett anpassbarer Boost
Das GE-7 ist ein erschwingliches Pedal, das durch seine Vielseitigkeit eigentlich Grundvoraussetzung auf jedem Pedalboard sein sollte. Ihr wollt Feedback erzeugende Frequenzen auslöschen, oder auf der Bühne Gitarren wechseln, ohne dass sie Output oder Sound ändern? Ihr mögt die Verzerrung eures Lieblingstreters, hättet aber gerne mehr Low End? Oder sucht ihr nach einem Boost, den ihr bis ins Detail maßschneidern könnt? Die Lösung jedes dieser Probleme heißt GE-7. Den letzten Fall gucken wir uns hier mal genauer an.
Turn It Up!
Mit den sieben EQ Bändern und dem Master Level-Regler kann das mit GE-7 mit bis zu +30 dB cleanem Output aufwarten. Das ist mehr als genug, um die Gitarre über den Rest der Band zu heben, oder einen angezerrten Amp in sahnigen Overdrive zu pushen. Dreht zu Anfang alle Schieberegler nach oben, um das komplette Signal zu boosten!
Behaltet was ihr mögt, weg mit dem Rest
Wenn das Pedal aufgerissen ist, könnt ihr nach und nach die Frequenzen rausziehen, die ihr nicht haben wollt. Zu matschiger Sound? Zieht die 100 und 200 Hz Regler runter. Zu stechend? Macht das selbe mit dem 6,4 kHz Schieber. Mit dem GE-7 könnt ihr selber exakt entscheiden, wie euer Boost klingen soll.
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Ihr besitzt schon einen guten Buffer
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Viele verlassen sich gewissenhaft auf ihren TU Tuner, ohne zu wissen, dass sich auf der Rückseite ein 9 Volt-Output befindet. Wenn der Tuner mit Strom versorgt ist, könnt ihr mit einer Daisy-Chain-Kette Pedale mit bis zu 200mA versorgen. Das ist besonders hilfreich, wenn ihr keinen Platz mehr an der regulären Stromversorgung eures Boards habt, oder spontan ein paar Effekte zusammenbauen müsst.
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Boss