Die Töne wie David Gilmour treffen

Als einer der geschmeidigsten Rockgitarristen hat sich Pink Floyds David Gilmour sden Ruf geschaffen, großartige Melodien und enorm ausdrucksstarke Soli zu beherrschen, die Millionen von Menschen beeinflusst haben. Gilmours Signature-Sound ist eine Kombination aus sanftem Overdrive und cleanen Tönen, die mit Delay, Kompression, Phase, Chorus und Reverb überflutet werden.

Fender Custom Shop David Gilmour
Signature Stratocaster

Gilmour hat seit der Animals-Ära mit Pete Cornish zusammengearbeitet, dem Erfinder von integrierten Gitarreneffekten und Verstärker-Routingsystemen. Seither hat Cornish diverse Ausführungen von Gilmours Pedalboard designt. Über die gelisteten Pedale hinaus enthält das Board laut Gilmourish, einer Webseite, die sich der Dokumentation von Gilmours Sound und Ausrüstung widmet, auch Pete Cornish-Ton- und Lautstärkepedale, bei denen es sich de facto um modifizierte Cry Baby-Pedale handelt.

Auch wenn seine Tour-Hauptgitarre sich über die Jahre einige Male geändert hat, hat Gilmour eine ausgiebige Vergangenheit mit Fender Strats. Die kommen üblicherweise mit aktiven EMG-Singlecoil-Pickups und einem Ahorn-Griffbrett daher. Das Basismodell vom "David Gilmour-Klangbild"; hat sich seit den späten 1960ern bis heute nicht großartig verändert.

Eines seiner tonalen Markenzeichen ist die Kombination von Delay und Reverb bei Soli, die ihm bei melodiegeführten Gitarrensoli wie "Comfortably Numb" und "Shine On You Crazy Diamond" zu diesem besonderen räumlichen Klang verhilft. Auch bei Rhythmen und Riffs in Songs wie "Run Like Hell" und "Time" verwendet er gern diese zeitbasierten Effekte.

Gilmours Pedalboard hat sich über die Jahre aus recht bekannten Pedalen zusammengesetzt, unter anderem:

Chandler Tube Driver

Ibanez TS-9 Tube Screamer

ProCo Rat Distortion

EHX “Ram’s Head” Big Muff

Binson Echorec 2

MXR Dyna-Comp

Boss CS-2

Boss GE-7 EQ

Du könntest außerdem auch einen Xotic EP Booster als tonalen Puffer für erhöhte Sustain- oder Lautstärkeschübe bei Fills und Soli einbauen.

Aus Sicht des Gitarristen liegt die besondere Schönheit des Gilmour-Sounds darin, dass er zwar diverse Pedale nutzt, aber mit Ausnahme seiner klassischen Binson Echorec nicht von High-End- oder seltenen Boutique-Modellen abhängig ist. Dadurch kannst du sein Equipment ziemlich leicht mit Geräten anderer Hersteller substituieren.

In diesem Video stellt Reverb den Gilmour-Klang aus verschiedenen ikonischen Songs und Soli mit Pedalen nach, die bei uns im Büro herumlagen. Möglicherweise stellst du fest, dass du mit den Tools, die du bereits besitzt, Vergleichbares erreichen kannst Schau dir das Video für empfohlene Kombinationen und Einstellungen an. Wie du siehst, dürfte es nicht schwer sein, dieselben oder ähnliche Effektpedale zu finden, die David für den Großteil seiner Karriere verwendet hat.

Gilmours bevorzugtes Verstärkersetup beinhaltet laut Pete Cornish eine Hiwatt 50W Combo auf dem Boden mit zwei Fender Bassman-Reissues. Um Gilmours Sound nachzustellen, musst du einen leichten Overdrive-Sound aus einem Röhrenverstärker einflechten, vorzugsweise etwas aus dem Umfeld eines Fender Deluxe Reverb. Eine Nummer größer geht zwar immer, etwa durch die Verwendung eines Heads und eines 4x12-Gehäuses, jedoch wirst du sehr schnell merken, dass Gilmours Spielart eher der Philosophie "Weniger ist mehr" folgt. Das gilt folglich auch für das Imitieren seines Sounds. Obwohl er Kompression, Delay, Reverb und verschiedene Level an EQ-optimiertem Overdrive und Distortion benutzt, sollte seine Zurückhaltung beim Einsatz dieser Effekte und Klangformer nicht übersehen werden. Die Mehrzahl seiner klassischen Soli greifen auf lediglich moderate Klang- und Effekteinstellungen zurück.

'69 Fender Deluxe Reverb

Hiwatt Custom 50W Combo

Beginne mit einer 12 Uhr EQ-Einstellung am Amp und nimm ein bisschen vom Obertonbereich weg, während du die Bässe ganz leicht verstärkst.

Gilmour scheint auf mittlere Frequenzgänge zu stehen und seine Gitarre verfügt über einen angepassten Mid-Boost-Schalter für Leads. Bau also im Zuge deiner Klanganpassungen einige zusätzliche Mitteltonfrequenzen ein. Während du so deinen Sound variierst, um damit näher an deine liebsten Pink Floyd-Songs und -Alben zu kommen, vergiss nicht, dass Gilmour gern die Pickup-Wahl an seiner Gitarre während des Spielens ändert. Gelegentlich wechselt er innerhalb desselben Stücks die Pickups, manchmal sogar während desselben Solos. Diese kleinen Variationen im Klang liefern zusammen mit den Tonmodulationen aus dem Verstärker- und Pedalspiel eine aufregende Palette von Sounds, Tönen und Farben.

Auch wenn Gilmours Grundausstattung eher simpel ausfällt, wird es Zeit, Einsatz und eine gewisse Experimentierfreude brauchen, um authentisch klingende Gilmour-Sounds zu kreieren.

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